Tobler (Adolf), Romanist, geb. 24. Mai 1835 in dem Dorfe Hirzel des schweiz. Kantons Zürich, wo sein Vater, Salomon T. (geb. 1794, gest. 1875 zu Zürich), besonders durch die epischen Dichtungen „Die Enkel Winkelrieds » (Zür. 1837) und „Columbus » (Zür. 1846) litterarisch bekannt, damals Pfarrer war. Er besuchte das Gymnasium und die Hochschule seiner Vaterstadt, dann die Universität zu Bonn, worauf er 1857 mit der „Darstellung der lat. Konjugation und ihrer roman. Gestaltunge (Zür. 1857) promovierte. Die folgenden Jahre verlebte er meist zu Rom, in Toscana und zu Paris, bis er 1861 die Stelle eines Lehrers des Französischen und Italienischen an der Kantonsschule zu Solothurn erhielt. Im J. 1866 siedelte er als Gymnasiallehrer nach Bern über, wo er sich im Frühjahr 1867 an der Universität habilitierte. Bereits im Herbst desselben Jahres erhielt er einen Ruf als Professor der roman. Sprachen nach Berlin, welchem er Folge leistete. T. ist einer der Cyrachen 1 Forscher auf dem Gebiete der roman. prachen. Unter seinen wissenschaftlichen Arbeiten sind hervorzuheben: „Bruchstück aus dem Chevalier 1866; 2. Aufl. 1868), die Ausgabe der altfranz. Dichtungen des Jehan de Condet (Stuttg. 1860), „Mitteilungen aus altfranz. Handschriften (Lpz. 1870), «Die Parabel von dem echten Ringe »(Lpz. 1871; 2. Aufl. 1884), «Vom franz. Versbau alter und neuer Zeite (Lpz. 1880; 2. Aufl. 1883; in franz. übersetzung, Par. 1885), 4Vermischte Beiträge zur franz. Grammatik » (Lpz. 1886), verschiedene Beiträge zum Reuen schweiz. Museumo, dem «Jahrb. für roman. und engl. Litteraturo, der KZeitschrift für Völkerpsychologie und Sprachwissenschafte, der «Zeitschrift für roman. Philologieo, den «Sitzungsberichteno und den Abhandlungen der königl. preuß. Akademie der Wissenschaften, deren Mitglied er seit 1881 ist.