Tolentino, Stadt in der ital. Provinz und im Bezirk Macerata, an der Straße von Ancona nach Rom, links am Fluß Chienti und dem östl. Abhange des Apennin, in herrlicher, fruchtbarer Ge-Hie zählt (Ende 1881) 4216 (Gemeinde 11057) E. ie Basilica di San-Niccold, dem heil. Nikolaus Amnb, 5 welcher 1310 im Augustinerkloster zu T. tarb, hat Fresken aus der Legende dieses dle Bet. von Lorenzo und Jacopo da Sanseverino, die Bet kapelle und das Grab des heil. Niccold und ein schönes Portal, welches der Condottiere Mauruzzi seiner Vaterstadt 1435 schenkte. In der Kirche San-Catervo befinden sich Fresken aus dem 15. Jahrh. und ein altchristl. Sarkophag mit den Gebeinen des in den Marken sehr verehrken heil. Catervus; im Palazzo Municipale röm. Altertümer. Der Palazzo Gentiloni beherbergt die Gräberfunde, meist Wafsen und Bernsteinschmuck, aus der die Stadt umgebenden altpicenischen Nekropole, in welcher seit 1880 Graf Silveri-Gentiloni Ausgrabungen vornehmen läßt. Über den Chienti im d eine Steinbrücke aus dem J. 1268. Die Stadt ist das antike Tolentinum in Picenum und geschichtlich merkwürdig durch den daselbst zwischen aigeschlohener dem Papst Pius VI. 19. Febr. 1797 abgeschlossenen Frieden, wodurch der Papst durch den General Bonaparte zur Abtretung von Avignon und Venaissin, Bologna, Ferrara und der Romagna samt Ancona gezwungen ward. Auch kam es hier 2. und 3. Mai 1815 zu der Schlacht, in deren Sacer Murat den Thron von Neapel verlor. Die Ssterreicher unter Bianchi wurden am tersten Tage in einer vorteilhaften Stellung vor der Stadt von den Neapolitanern ohne Ire Auau riffen. Die letztern wiederholten 3. Mai ihre Angriffe, sahen sich aber auf allen Punkten Nerlunten iu v. und mußten sich nach bedeutenden erlusten in voller Auflösung an die Küste des Adriatischen Meeres zurückziehen. T. ist Geburtsort des Humanisten Franciscus Philelphus.