Torfäus (Torfason, Thormodr), gelehrter Isländer des 17. Jahrh., der sich um die ältere Geschichte des skandinav. Nordens durch Sammlung und Bearbeitung der isländ. Quellenschriften in ohem Grade verdient gemacht, war zu Engey auf Sland 27. Mai 1636 geboren. Der König Friedrich III. übertrug ihm 1660 die übersetzung der wichtigsten histor. Denkmäler Islands und schickte ihn 1662 nach Island, um alte Schriften zu sammeln. Sein Amt als königl. Antiquar seit 1667 mußte er niederlegen, da er 1671 auf der Insel Samsö von einem Raufbold überfallen, diesen, obwohl unfreiwillig, getötet hatte. Erst 1682 wurde er als norweg. Historiograph wieder angestellt. Seitdem lebte er den Wissenschaften auf der Jusel Karmt in Christiansandsstift und starb 1719. Seine Werke waren hauptsächlich darauf berechnet, die durch die Anhäufung des sagenhaften Stoffs in große Verwirrung geratene Chronologie der nordischen Geschichte mittels Hilfe der isländ. Berichte zu entwirren und festzustellen. Die Schriften von ihm, die in dieser Beziehung am meisten Aufmerksamkeit verdienen, sind: »Series dynastarum et regum Daniaes (1702), Trifolium historicumo (1707), Notae posteriores in seriem regum Da⸗- niaen (1777); sein Hauptwerk ist die «Ulistoria rerum Norvegicarumo (Bd. 1—4, 1711; herausg. von Chr. Reitzer). Außerdem schrieb er über Grönlands Entdeckung («Historia Vinlandiae anüber die Geschichte der Färöer (1695) und der Orkaden (1697), sowie die Geschichte Hrolf Krakes