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ErdkundeBrockhaus 1882

Tortosa, alte befestigte Stadt (Ciudad) und Bezirkshauptort der span. Provinz Tarragona in Catalonien, links an dem von einer Schiffbrücke und einer langen Eisenbahnbrücke überspannten Ebro, Station der Eisenbahn Almansa-Valencia-Tarragona, in einer reizenden, von 600 Norias (Schöpfmaschinen) bewässerten, höchst sorgsam angebauten Ebene, terrassenförmig am Fuße und am Abhange eines Hügels, mit dem Kastell Zuda auf einem freistehenden Felsen, ist Sitz eines Bischofs und hat außer der Kathedrale viele andere Kirchen und Klöster. Die Stadt zählt (1877) 24057 E., die Fischerei, Süßholzbau, Fabrikation von Seife, Papier, Hüten, Leder, Porzellan, Fayence und Branntwein, sowie Handel mit diesen Produkten treiben. Verteidigt wird die Stadt durch einen starken Brückenkopf und drei Forts. In der Nähe finden sich überreste der ehemaligen röm. Municipalstadt Dertosa und ergiebige Marmor- und Alabasterbrüche. — T., mittellat. Dertusa und Tortuosa, 713 von Tarik erobert, 811 von Ludwig dem Frommen nach zweijähriger Belagerung genommen, gehörte unter den Mauren zur Landschaft El Bortat, stand seit 1028 unter der Herrschaft der Beni Hud und wurde 1148 vom Grafen Ramon Berenguer IV. von Barcelona, unterstützt von Genua und Pisa, erobert. Im Spanischen Erbfolgekriege wurde T. mehrmals genommen, im span.⸗franz. Kriege 1810 vom franz. Marschall Suchet eingeschlossen und erst nach tapferer Gegenwehr durch den General Antocha übergeben. Am 18. April 1814 räumten die Franzosen die Festung.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 765Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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