Tourniquet (tornaculum), Turniket oder Aderpresse ist ein chirurgisches Instrument, mittels dessen man durch Druck auf eine Pulsader den Blutlauf hemmt. Das T. besteht aus einem Gurt und einer meist am Gurte verschieblichen Pelotte. Letztere ist ein eigroßer, meist länglich runder Körper, der mit Leder überzogen oder etwas gepolstert ist. Der Gurt ist mittels einer Schnallen-, Schrauben⸗ oder Wellenvorrichtung mehr oder weniger stark anzuspannen. Beim Gebrauch wird der Gurt so um den betreffenden Körperteil gelegt, daß die Pelotte über der durch Druck zu verschließenden Pulsader liegt; dann wird durch stärkeres Anspannen des Gurtes die Pelotte gegen die Pulsader gedrängt. Man hat das T. besonders bei Amputationen angewandt, um die Blutung während der Operation möglichst zu verhüten. Doch hat man schon seit längerer Zeit das T. meist durch den Fingerdruck ersetzt, welcher sicherer wirkt als das sich leicht verschiebende Instrument. In neuester Zeit ist das T. durch die elastische Binde ganz verdrängt, welche man nach Esmarch in stark angespannten Kreistouren vom Ende des Gliedes bis über die Amputationsstelle hinaufführt, und dort nach mehrfachen stark angezogenen und übereinander liegenden Kreistouren befestigt. Wickelt man danach die Binde bis auf die letztgenannten Kreistouren von unten auf wieder ab, so ist das Glied bis über die Amputationsstelle hinaus vollkommen blutleer, und können die Amputationsschnitte ohne Blutverlust vollendet werden (Verfahren der künstlichen Blutleere).