Tournus, Stadt im franz. Depart. Saöne-et-Loire, Arrondissement Mäcon, rechts an der Saöne, Station der Hauptlinie der Paris-Lyon-Mittelmeerbahn, Sitz eines Handelstribunals, zählt (1881) 4373 (Gemeinde 5556) E. und hat eine Brücke von 15 Bogen über die Saöne, auf dem Platze der Mairie die Statue des hier geborenen Malers Greuze (1725—1805), ein College, Maschinenbau, Baumwollweberei, Rübenzuckerfabrikation, Branntweinbrennerei, Hutmacherei, Färberei, Salzsiederei, Lederfabrikation, Seiden⸗ und Weinbau. Die frühromanische Kirche St.-Philibert (ehemals Abteikirche) hat ein aus dem 11. Jahrh. stammendes Schiff, während der Oberbau des Chors samt der mit Umgängen versehenen Krypta dem 12. Jahrh. angehört, und besitzt ein bedeutendes Wandgemälde aus got. Zeit, welches die Darstellung des Jüngsten Gerichts zum Gegenstande hat. T. hieß im Altertum Tinurtium und gehörte in der röm. Kaiserzeit zu Gallia Lugdunensis; mittellat. erscheint der Ort unter dem Namen Trinorcium, Trenorchium oder Tornusium und lag im Pagus Cabillonensis, der spätern Grafschaft Chälon.