FeedTrain (militärisch)
VerkehrBrockhaus 1882

Train (militärisch), gleichbedeutend mit Wagenzug, auch Troß, Fuhrwesen (in frühern Zeiten Roßpartei) genannt, umfaßt die Transportmittel, vermöge deren die Bedürfnisse sowohl einzelner Truppenteile, als größerer Heeresabteilungen (Divisionen, Armeekorps) und ganzer Armeen fortgeschafft werden, nebst dem zugehörigen Personal. So spricht man vom T. eines Bataillons, Regiments, von den T. eines Armeekorps, von dem Trainpersonal der mobilen Verwaltungsbranchen u. s. w. Die T. größerer Heeresabteilungen bilden in sich gegliederte Körper, welche Kolonnen, Trainkolonnen, Fuhrparks u. s. w. heißen. Der T. der Heere hat erst in neuerer Zeit eine estere Organisation erhalten; es bestehen schon im Frieden Traincadres, welche den Namen Trainbataillone (Deutsches Reich), Trainregimenter (Osterreich-Ungarn), Traineskadrons Ausbddung u. s. w. führen. Denselben liegt die usbildung des Personals, welches im Kriege die T. der Truppenteile und größern Heeresabteilungen zu besetzen hat, außerdem auch oft die Verwaltung des toten Materials ob, welches in sog. Traindepöts untergebracht ist. Die Gemeinen des T. heißen Trainsoldaten, Trainfahrer, Fuhrwesenssoldaten u. s. w. (in frühern Zeiten auch Trainknechte, Troßbuben). An die zum T. Auszuhebenden stellt man geringere Anforderungen in körperlicher Hinsicht als an den übrigen Ersatz: ibre Präsenzzeit bei der Fahne ist eine verkürzte (im Deutschen Reich ein halbes Jahr, statt drei Jahre). Die T. der Truppen umfassen die Munitions⸗, Bagage⸗, Sanitätsfuhrwerke, Brückenfahrzeuge u. s. w. und zerfallen in den sog. Gefechtstrain, welcher den Truppen auf das Gefechtsfeld folgt, und den Bagagetrain, welcher außerhalb der Gefechtssphäre bleibt. Die Fahrzeuge der Feldartillerie werden in der Regel nicht zum T. gezählt. Die T. größerer Heeresabteilungen sind ihren Zwecken entsprechend gegliedert in Verpflegungstrains (Proviant⸗, Bäckerei⸗, Fuhrparkkolonnen), Sanitätstrains (fliegende Feldlazarette oder Sanitäts-Detachements und gewöhnliche Feldlazarette), Genietrains (Brückenequipagen, Brückentrains), Munitionstrains (Munitionsparks, Munitionskolonnen), mobile Pferdedepöts. Die T. der Armeekorps folgen denselben in so großen Abständen, daß sie die Operationen nicht behindern, und sind zur bessern Führung in Staffeln vereinigt. Die Beduürfnisse der Artillerie und des Genies behufs Belagerung einer Festung sind in sog. Belagerungstrains zusammengestellt. (S. Festungskrieg.) Der miilitärisch organisierte T. der Heere wird im Kriege noch durch gemietetes oder requiriertes Privatfuhrwerk (Vorspannwagen, Fuhrparks) ergänzt. Im neuern Kriegswesen (seit Napoleon I.) wurde das Bestreben, den T. zu vermindern, vorherrschend, namentlich soweit derselbe zur Bequemlichkeit der Truppen dient. So sind z. B. die besondern Transportmittel für die Zelte, welche man im 18. Jahrh. allgemein mitführte und welche einen bedeutenden Teil des Trosses ausmachten, mit der allgemeinen Abschaffung der großen, nicht tragbaren Zelte ganz in Wegfall gekommen. Die mitgeführten Bedürfnisse der Offiziere haben viele Einschränkungen erfahren. Durch das Requisitionssystem konnten auch die Verpflegungstrains erhebliche Verminderung erleiden. Dagegen konnte man mit dem vervollkommneten Sanitätswesen dem Lazarettfuhrwesen eine entsprechende Vergrößerung angedeihen lassen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 790Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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