FeedTramẽtes Fr.
PflanzenreichBrockhaus 1882

Tramẽtes Fr., Pilzgattung aus der Gruppe der Hymenomyceten. Es sind holzartige, feste, meist mehrere Jahre dauernde Pilze mit stiellosem, sog. halbiertem Hut, die am lebenden oder abgestorbenen Holze wachsen. Zwei Arten dieser Gattung sind für Nadelholzbestände äußerst schädliche Parasiten. Die eine, I. radiciperda Hurt., bewirkt die am häufigsten an Kiefern und Fichten auftretende Rotfäule, die fast immer für die befallenen Bäume verderblich ist, sodaß oft große Lücken in den Beständen sich bilden. Die Krankheit findet sich an Bäumen von dem verschiedensten Alter, schon in jungen fünf- bis zehnjährigen Schonungen und auch in hundertjährigen Beständen werden die Wurzeln von diesem Pilze befallen. Seine hauptsächlichste Einwirkung besteht darin, daß die reiche Entwickelung des Myceliums in Rinde und Holz der Wurzeln jene Fäulniserscheinung hervorruft, die man im allgemeinen als Rotfäule bezeichnet. Von den Wurzeln aus geht dieselbe auch in den Stamm über und bewirkt auch in diesem oft bis zu einer ziemlichen Höhe eine ähnliche Zersetzung des Holzes. Da die Nahrungszufuhr aus dem Boden unter diesen Umständen gänzlich aufhört, so müssen die Bäume natürlich zu Grunde gehen. Die Fruchtkörper dieses Pilzes finden sich im Boden an den Wurzeln, sie sind von geringer Ausdehnung und von zarterer Beschaffenheit als die der andern Arten dieser Gattung. Die Verbreitung der Sporen im Boden geschieht wahrscheinlich durch Mäuse, doch kann auch durch Weiterwucherung des Mycels im Boden, sowie durch direktes Aneinanderliegen der Wurzeln benachbarter Bäume die Krankheit fortgepflanzt werden. Als Gegenmittel werden Entfernung der befallenen Exemplare und Isolierung der durch den Pilz entstandenen Blößen mittels tiefer Stichgräben empfohlen. Die andere schädliche Art, T. Pini Fr., bedingt die unter dem Namen Ring- oder Rindenschäle bekannte Krankheit der Nadelhölzer, besonders der Kiefern. Dieser Pilz hat große konsolenartige, braune Fruchtkörper, die bis zu 50 Jahre alt werden. Er findet sich an den AÄsten und die Infektion erfolgt an Wundstellen dadurch, daß die Keimschläuche der Sporen von hier aus in das Holz hineinwachsen und im Innern desselben allmählich ein reichlich wurzelndes Mycelium erzeugen, welches schließlich ein Absterben des Holzkörpers herbeiführt. Die Krankheit tritt meist nur an ältern Bäumen auf und ist nicht so gefährlich wie die Rotfäule, doch werden die befallenen Partien als Nutzhölzer unbrauchbar und können nur als Brennholz verwendet werden. Zur Verhütung der Krankheit ist besonders das Entfernen der mit den Fruchtkörpern besetzten Bäume, der sog. „Schwammbäumer, zu empfehlen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 797Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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