Trappe ist der Name einer Gattung (Otis) von Vögeln, die zur Familie der T. (Otidae) der Ordnung der Stelzvögel (Grallae) gehört. Die T. zeichnen sich durch ziemlich hohe, auf der vordern Seite grob, auf der hintern fein genetzte Fußständer aus, an denen die Hinterzehe fehlt; die Krallen sind ganzrandig; vor der Spitze des Ober⸗ und Unterkiefers befindet sich ein Einschnitt; die dritte Schwanzfeder ist die längste; der abgerundete Schwanz besteht aus 20—22 Federn. In Deutschland kommt ziemlich häufig die größte Art dieser Gattung, der Große Trappe (O. tarda, 5 Tafel: Stelzvögel J, Fig. 7), vor. Die arbe von Kopf und Hals sind aschgrau, des Körpers schön rotbraun mit schwarzen wellenförmigen, auf dem Rücken weißgekanteten Linien und Muscheln; die größern Schwungfedern sind schwarz mit weißen Schäften. Das Männchen zeichnet sich durch einen haarigen Federbart aus, welcher von beiden Seiten des untern Teils des Kopfes herabhängt und im Affekt (z. B. bei der Balz) sich wagerecht erhebt. Die Flügel sind im Verhältnis zum schweren Körper etwas klein, daher sich der Vogel, besonders wenn — der Wind in das Gefieder bläst, nicht leicht erhebt; dagegen läuft er sehr schnell und leicht. Die Sinnesorgane des T. sind fein und scharf, weshalb auch die Jagd auf denselben große Vorsicht erfordert. Seine Nahrung besteht aus Samenkörnern, jungem sprossenden Getreide, Raps⸗ und Rübsensaat, in Wurzelwerk, als Möhren, Turnips u. dgl., Beeren und Insekten. Die Balzzeit fällt in den Monat März, das Weibchen legt in eine Erdgrube zwei bis drei Eier und brütet sie in 28 — 30 Tagen aus. Wenn es, wie es zuweilen vorkommt, bei einigen Graden unter Null regnet und sich Glatteis bildet, so sind die T. sehr gefährdet, denn es entstehen an ihrem Gefieder Eiszapfen, die ihr Vorwärtskommen oder Entfliehen fast unmöglich machen. Bei einer solchen Gelegenheit wurden am 20. und 21. Dez. 1859 im Stuhlweißenburger Komitat in Ungarn 150—200 Stück T. teils erschlagen, teils lebendig gefangen. Das Wildbret des jungen T. ist schmackhaft, des alten aber zähe und kaum genießbar, erfordert jedenfalls vor der Zubereitung eine tüchtige Beize oder mehrtägiges Durchfrieren. Das Gewicht beträgt oft 10—13 kg. Der T. ist Strich⸗ und Standvogel in mehrern Gegenden Deutschlands, Osterreichs, Ungarns und Rußlands. Mehr als die Hälfte kleiner als der Große T. ist der Zwergtrappe (0. tetrax), der in Sardinien, Sicilien, Südrußland und Nordafrika heimisch, seit neuester Zeit auch in Deutschland eingewandert und namentlich in Thüringen nicht selten ist, auch in sterreich, Ungarn und dem Litorale vorkommt. Er hat eine weiße Querbinde über die Flügel, das Männchen eine blaugraue Kehle und Wangen und eine schwarze Querbinde über den Schwanz. Nur äußerst selten verirrt sich eine dritte in Nordafrika und Asien heimische Art, der Kragentrappe (0. Houbasa), nach Deutschland.