Trappisten heißen die Mönche des sehr strengen eistlichen Ordens, welcher aus der berühmten Abtei La Trappe (s. d.) in Frankreich hervorging. Diese Abtei, 1122 durch den Grafen von Zeuger Rotran II., gestiftet, gehörte bis zu ihrer Neuge-Iprunal zum Orden der Cistercienser, erhielt ursprünglich den Namen Notre-Dame de la Maison-Dieu, wurde aber später wegen des engen Ein-Hure in das Thal La Trappe (Fallthüre) genannt. ie zu Anfange des 17. Jahrh. kaum noch sieben Mönche enthaltende, verfallene und durch die Zuchtlosigkeit ihrer Bewohner (daher »Die Banditen von La Trappev genannt) berüchtigte Abtei fiel endlich 1636 dem damals zehnjährigen Rancé (s. d.) als Pfründe zu, der sie wiederherstellen und unter dem Abte Barbarin Mönche von der strengsten Observanz der Benediktiner einführen ließ. Rancé selbst wurde nach einer in Ausschweifungen verbrachten Jugend Mönch und dann 1665 regulierter Abt von La Trappe. Weil ihm die Regel der Cistercienser viel zu mild dünkte, reformierte er diese und steigerte 1 Bestimmungen bis größten Härte. Nach seiner Regel nchen die T. früh um 2 Uhr auf, beschäftigen sich täglich 11 Stunden mit Beten und Messelesen, bringen A. übrige Zeit bei harter Arbeit meist auf dem Felde und in schweigender Betrachtung zu, arbeiten abends an der Herstellung ihrer Gräber und schlafen auf Stroh in Särgen. Da ihre Gedanken stets auf Buße und Tod gerichtet sein sollen, darf, außer den gottesdienstlichen Gebeten und Gesängen und dem «Memento morin, womit sie einander grüßen, kein Wort über ihre Lippen kommen; ihre Wünsche und Bedürfnisse geben sie durch Zeichen zu verstehen. Feue Nahrung besteht in Wurzeln und Kräutern, Früchten, Gemüsen und Wasser; Fleisch, Wein und Bier ist ihnen gänzlich untersagt. Der Orden teilt sich in Laienbrüder und Professen; außerdem hat er auch sog. Freères donnés, d. h. solche, die nur eine Zeit lang zur Bußübung ihm angehören. Die Ordenskleidung besteht in einer dunkelbraunen Kutte, die auf dem bloßen Leibe getragen wird, einem gleichförmigen Mantel und in Holzschuhen. Die Prinzessin Louise von Condé stiftete zu Clacet in Frankreich auch einen weiblichen Zweig des Ordens. Wegen der Strenge fanden die T. jedoch nur geringe Ausbreitung. In Italien hatten sie nur ein Kloster zu Buona-Solasso bei Florenz, in Deutschland eins in der Nähe von Düsseldorf. Die Revolution in Frankreich hob die geistlichen Orden auf, worauf einzelne Trappistenkolonien, namentlich durch die Bemühungen Augustins de Lestrange, Aufnahme in der Schweiz, Deutschland, England, Spanien, Rußland,‚ Italien und Nordamerika fanden. Der Hauptstamm der T. hatte sich unter dem Abte de la Prade in das Paderbornsche geflüchtet, wurde aber 1802 von der preuß. Regierung ausgewiesen. Ein Gleiches geschah 1811 zu Freiburg und 1812 zu Darfeld bei Münster. Nach der Restauration der Bourbons kehrten die T. 1817 nach Frankreich zurück, kauften hier ihr Stammkloster wieder an, waren im folgenden Jahre schon 100 Köpfe stark und gründeten hier 1817—23 16 Niederlassungen, die besonders seit 1825 unter Gerambs (s. d.) Leitung blühten. Durch die königl. Ordonnanz vom 16. Juni 1828 sollten sämtliche Anstalten des Ordens wieder geschlossen werden; doch kam die Maßregel nicht wirklich zur Ausführung, sodaß zur Zeit der Julirevolution außer dem Stammkloster immer uoch neun Klöster bestanden, von denen allerdings 1830 einige geschlossen wurden. Doch kam dem Orden 1834 ein päpstl. Dekret zu Hilfe, welches ihm den Namen „Congrégation des religieux Cisterciens de Notre Dameé de la Trappeo beilegte und dadurch sein Bestehen in Frankreich sicherte. Die Zahl seiner Klöster für Männer und Frauen hat sich seitdem vermehrt; 1844 bewilligte ihm die franz. Regierung auch die Anlegung einer Kolonie in Algier, und seit 1848 wurden auch in Amerika mehrere Kolonien gegründet. Vgl. Ritsert, «Der Orden der T.v (Darmst. 1833); Gaillardin, Les Trappisteso (2 Bde., 5 1844); Pfannenschmidt, «Geschichte der T.v (Paderb. 1873). Ein Zweig der T. ist der im Bistume Sens in Frankreich 1851 entstandene Orden der Trappistenprediger.