Trasiménischer See (Lacus Trasiménus), jetzt La go di Perugia, der größte See Mittelitaliens, in der Provinz Perugia, unweit der Grenze der Provinz Arezzo gelegen, hat 115 qkm Flächenraum, 50 km Umfang, drei kleine Inseln und ist meist von anmutigen, bis 600 m hohen Gebirgen umgeben. Er ist in der Geschichte berühmt durch die Niederlage, welche im Sommer 217 v. Chr. im zweiten Punischen rin. die Römer an seiner nördl. Seite durch Hannibal erlitten. Dieser war dem Konsul Gajus Flaminius auf der Straße nach Rom vorausgeeilt und erwartete — der ihm mit seinem Heere von Cortona her nacheilte, im Norden des Sees an einer vorteilhaften, von Hügeln eingeengten Stelle. Bei starkem Nebel trafen die Römer in langer Marschkolonne auf den Feind, der sie gleichzeitig aus dem Hinterhalt, von der Seite und im Rücken angriff. 15000 Römer, unter ihnen Flaminius selbst (durch einen insubrischen Gallier) fielen im Gefecht, das so heftig war, daß ein Erdbeben von den Kämpfenden nicht gespürt worden sein soll; ebenso viele wurden gefangen genommen. Viele wurden in den See gedrängt und kamen in ihm um; 6000 schlugen sich durch, mußten sich aber am nächsten Tage ergeben. Der Bericht des Livius, wonach 10000 sich auf zerstreuter Flucht retteten, kann nicht richtig sein; nur eine kleine Anzahl kann sich gerettet haben. Das Heer war so gut wie vernichtet. Vgl. Stürenburg, «De Romanorum cladibus Trasumenna et Canennsis (Lpz. 1883).