FeedTrarbach
ErdkundeBrockhaus 1882

Trarbach, Stadt im Regierungsbezirk Koblenz der preuß. Rheinprovinz, im Kreise Zell, an der Mündung des Kautenbachs in die Mosel, ist Sitz eines dner⸗ Töchzers hat ein Progymnasium und eine höhere Töchterschule und zählt (1885) 1838 E., deren Erwerbsthätigkeit sich in Gerbereien, in Ausbeutung der benachbarten Kupfer⸗, Blei⸗ und Schwefelgruben, in Schieferverarbeitung, namentlich aber auch in Weinbau und Weinhandel, sowie in starkem Verkehr mit den Hundsrückdistrikten erweist. Gegenüber liegt links an der Mosel der Marktflecken Traben mit der Station Traben-T. der Preußischen Staatsbahnen. T. hatte ehemals ein festes Schloß Gräfinburg oder Greiffenberg, von dem noch Ruinen vorhanden sind; es wurde 1687 und 1702 von den Franzosen, 17. Dez. 1704 vom Erbprinzen von Hessen-Kassel genommen, 2. Mai 1734 aber von den Franzosen erobert und gesprengt. Im Kautenbachthale liegt etwa 4 km von T. entfernt das Bad Wildstein, dessen eisenhaltige Quelle eine natürliche Wärme von 35 C. hat. Das Bad ist im J. 1883 eröffnet worden und erfreut sich schon jetzt eines regen Besuchs; es wird gegen Gicht, Rheumatismus u. s. w. gebraucht.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 809Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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