Traube (Ludw.), hervorragender Patholog und Kliniker, wurde 12. Jan. 1818 zu Ratibor in Schlesien geboren, widmete sich in Breslau dem Studium der Medizin, dann seit 1837 unter Johannes Müller in Berlin physiol. Arbeiten und seit 1840 unter Schönlein daselbst klinischen Studien. Nachdem er sich 1841 als Arzt in Berlin niedergelassen hatte, habilitierte er sich 1848 an der dortigen Universität als Privatdocent, wurde 1849 Assistent Schönleins und 1853 dirigierender Arzt am Charitekrankenhause. Im J. 1857 erfolgte seine Ernennung zum außerord., 1862 zum ord. Professor der Medizin am Friedrich-Wilhelms-Institut, und 1872 in gleicher Eigenschaft an der Universität mit dem Range eines Geh. Medizinalrats. T. starb zu Berlin 11. April 1876. Von seinen das Gebiet der Pathologie betreffenden Arbeiten sind zu nennen: im Verein mit Vir-Path und Reinhard, Beiträge zur experimentalen Pathologier (2 Hefte, Berl. 1846—47), «über den Zusammenhan von Herz-und Nierenkrankheiteno (Berl. 1856), Die Symptome der Krankheiten des Respirations⸗ und Cirkulationsapparats v (Berl. 1867 fg.) u. s. w. Seine namhaften Arbeiten vereinigte er in KGesammelte Beiträge zur Pathologie und Physiologien (2 Bde., Berl. 1871). T. hat außerordentlich viel dazu beigetragen, die exakt experimentelle Methode in die Medizin einzuführen, wie er auch große Verdienste um die physik. Diagnostik hat. Die Auskultation und Perkussion, sowie die mediz. Thermometrie erhielten durch ihn einen hohen Grad der Ausbildung. Leyden, «Gedächtnisrede auf Ludwig T.v (Berl. 1876); Freund, „Gedächtnisrede auf Ludwig T.» (Bresl. 1876).