Trawl (spr. Trahl, engl. trawl oder beamtrawl, das sog. Baumschleppnetz) ist ein Fischereigerät, welches in Großbritannien auf den reichen Fischgründen der Nordsee eine sehr ausgedehnte Anwendung findet und neuerdings auch in Deutschland Eingang gefunden hat. Das T. ist eine Art Schleppnetz und nur zum Fange der auf dem Meeresboden lebenden Fische zu verwenden. Es besteht aus einem trichterförmigen, am hintern Ende meist mit Einkehlungen versehenen Netzsack von 15 bis 30 m Länge und 8 bis 16 m Weite. Die vordere Offnung desselben wird durch einen langen und dicken hölzernen Balken, den Baum, aufgesperrt. Der untere Teil des Netzes ist viel kürzer als der obere und vorn an einem dicken Tau, dem Fußtau oder Grundtau, befestigt. Der Fang mit dem T. findet in der Weise statt, daß das auf dem Boden hinschleppende Grundtau die Fische aufscheucht; dieselben suchen nach vorn und oben zu entfliehen, stoßen dabei aber an den obern, am Baum befestigten Netzteil, welcher über das Grundtau weit vorragt, und können nun nicht mehr entrinnen. Im ganzen betreiben jetzt in England 3000 Segelfahrzeuge (sog. smacks) und Dampfer die Trawlfischerei in der Nordsee. Doch richtet das T. in der Nähe der Küsten durch Zerstörung des Pflanzenwuchses, namentlich aber durch die Vernichtung zahlreicher, noch nicht herangewachsener Fische großen Schaden an.