FeedTraz os Montes
ErdkundeBrockhaus 1882

Traz os Montes, nordöstlichste Provinz Por⸗ (stugals, die einzige nicht vom Meere bespülte des Königreichs, zählt auf 11033qkm (1881) 396 676 E. und zerfällt in die beiden Distrikte Villa Real im Westen und Braganga im Osten. Das Land besteht zum größten Teil aus Gebirgen und Hochebenen, welche mit Heiden und Laubwald bedeckt, rauh und wild sind; sehr fruchtbar und sorgsam angebaut sind nur die tief eingefurchten Thäler des Hauptflusses Duero (hier Douro, welcher die Ost⸗ und Südgrenze der Provinz bildet, und dessen rechtsseitiger Nebenflüsse Sabor, Tua und Tamega. Die Berge sind reich an Erzlagern, namentlich an Eisenerzen, doch ist der noch im 16. Jahrh. blühende Bergbau gänzlich im Verfall. Haupterzeugnis der Provinz ist der namentlich im Weinbezirk Alto-Douro (s. d.) wachsende Portwein, dann Olivenöl; auch Weizen und Roggen werden in guten Jahren über den eigenen Bedarf geerntet. In den warmen „südl. Thälern gedeihen Mandel⸗ und Orangenbäume; am obern Tamega wird Flachs, am obern „Sabor Hanf gebaut. Die Industrie ist gering, doch hat neuerdings die Seidenweberei Aufschwung genommen; das erforderliche Material derselben liefert die um Braganca betriebene Zucht der Seidenfraupe. Ihren Namen, welcher ajenseit der Bergebedeutet, hat die Provinz von ihrer Lage jenseit der Serra de Maräo, von Oporto aus gerechnet. Hauptstadt ist Braganca (s. d.).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 818Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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