Trentschin oder Trenesin (ungar. Trencsén), ungar. Komitat im Kreise diesseit der Donau, zähl: auf 4619,2 àkm (1880) 244919 C. Das Land ist durch die Beskiden, das Jablunka⸗ und Weiße Gebirge, welche die Nord⸗ und Westgrenze bilden, und andere Karpatenzüge auf der Ostgrenze, die mit jenen das Bassin der mittlern, erst an der Südgrenze in die Ebene tretenden Waag umschließen, durchaus gebirgig, hat aber gleichwohl fruchtbaren Boden, welcher bei guter Bebauung Getreide, hinlänglich für den Bedarf, viel Obst, Gartenfrüchte, Flachs und Hanf liefert, Rindvieh und Schafe in Menge nährt, reichlich Wälder und auch Steinkohlen enthält. Der Hauptfluß ist die Waag, welche das Komitat in der Mitte in westl. Richtung durchströmt, hier die Bistricza, die Tepliczka und andere kleine Flüsse aufnimmt und gleich wichtig für die Schiffahrt und den Handel wie für die Fischerei ist. Mineralquellen und warme Bäder finden sich in Menge. Die Einwohner sind zu 94 Proz. Slowaken, meist kath. (86 Proz.) Konfession, robuste, fleißige Leute, die nebst der Landwirtschaft sich vorzüglich mit Tuch⸗ und Leinweberei beschäftigen; außerdem gibt es noch 10 984 Deutsche und 2661 Magyaren. Die Zahl der Juden beträgt 12940. Das Komitat zerfällt in neun Stuhlbezirke. Der Hauptort Trentschin, eine königl. Freistadt, am linken Ufer der hier von einer Holzhrücke überspannten Waaggelegen, Station der Linie Preßburg-Sillein der Osterreichisch-Ungarischen Staatsbahnen, zählt 4402 Civileinwohner,hatein Piaristenkollegium mit schöner Kirche, ein Untergymnasium, ein königl. Konvikt, eine Hauptschule, eine alte Stadtpfarrkirche mit einem sehenswerten Denkmal der gräfl. Familie Illeshäzy und das auf hohem Felsen gelegene wohl erhaltene Schloß T., eins der ältesten, größten und festesten Schlösser Ungarns, in dessen oberm Teile sich der berühmte, durch türk. Gefangene in den Felsen gehauene, 142 m tiefe Brunnen, in der Sage Brunnen der Liebendens genannt, befindet. Berühmt ist die Stadt vorzüglich wegen der nach ihr benannten Trentschiner Bäder. Dieselben befinden sich jedoch 12 kmeöstlich, bei dem Dorfe Teplitz (s. d.).