Thuröcz oder Turocz, Komitat des Königreichs Ungarn, im Kreise diesseit der Donau, zählt auf 1150,5 àkm 45 933 CE. (1880) und ist eine von den Centralkarpaten und andern Karpatenzweigen rings umgebene, wellenförmige, von der Waag und deren Zufluß Thuröcz bewässerte, fruchtbare Hochebene mit kühlem, aber gesundem Klima. Die ausgedehnten Waldungen liefern vortreffliche Holzgattungen und bergen mancherlei Wild, auch Wölfe. Die üppigen Wiesen und Triften begünstigen die Vieh⸗, besonders die Schafzucht; der Ackerboden trägt namentlich Buchweizen, vorzügliche süße Rüben, Hülsenfrüchte, Mohn und Flachs. Aus den Wacholderbeeren verfertigt man Branntwein, Boroviczka genannt. In alten Zeiten gab es hier auch Bergwerke, die aber jetzt verfallen sind. Kalkstein wird besonders in den südl. Bergen viel angetroffen; auch fehlt es nicht an Mineralquellen. Die Bevölkerung ist vorwiegend slowalisch (76,5s Proz.), außerdem wohnen hier noch Deutsche (20, Proz.) und Magyaren (2,40 nabb d. Der Konfession nach bekennt sich die Mehrzahl der Einwohner zur lutherischen 455,4 Proz.) und röm.⸗kath. (40, Proz.) Kirche; 4,6 Proz. sind Juden. Die Bevölkerung beschäftigt sich außer dem spärlichen Ackerbau und der Viehzucht auch mit Kleingewerbe und Handel, namentlich mit Hausierhandel (Draht- oder Rastelbinder). Das Komitat zerfällt in zwei Bezirke. Der Hauptort Szent-Märton, ein Marktflecken an der Thuröcz, hat 2341 E., eine kath. und eine prot. Kirche, eine Synagoge und ein schönes Komitatshaus.