FeedTromlitz (A. von)
MusikBrockhaus 1882

Tromlitz (A. von), schriftstellerisches Pseudonym von Karl August Friedrich von Witzleben (s. d.). Trommel (frz. tambour, ital. tamburo), ein rhythmisches Schlaginstrument ohne bestimmte Tonhöhe, bestehend aus einem weiten Cylinder von Messingblech oder Holz, der oben und unten mit einem in einem Reifen befestigten Kalbfell überspannt ist. Beide Reifen werden durch eine mehrmals durch dieselben gezogene Schnur über den Instrumentenkörper befestigt, und vermittelst verschiedener Schlingen, welche über die hin⸗ und hergehende Schnur gestreift sind und diese zusammenziehen, können die Felle mehr oder weniger angestrafft werden. Über das untere Fell ist eine starke Darmsaite (die sog. Schnarrsaite) gezogen, welche vibrierend gegen dasselbe rasselt, wenn das obere Fell mit den Klöppeln (Trommelstöcken) geschlagen wird. Es gibt verschiedene Arten: 1) Die Große oder Türkische T. (frz. grosse caisse, ital. gran cassa), die größte Art, wird mit einem dicken Klöppel geschlagen, wozu man gewöhnlich die Becken ertönen läßt. Da sie keine bestimmte Tonhöhe hat, kann sie als rhythmische Accentuation zu jeder Harmonie dienen und wird meist mit der CNote im Baßschlüssel notiert. 2) Die Wirbel- oder Rolltrommel (ital. tamburo rulante), gewöhnlich zum dumpfen Wirbeln dienend, die mit dem Trillerzeichen (tr) bezeichnet werden; notiert wird sie im Baßschlüssel. 3) Die Militärtrommel, lauter und heller an Schall als die Rolltrommel, sonst ebenso wie diese notiert und behandelt. In neuerer Zeit ist ihr Cylinder häufig nur ganz flach. Gedämpft wird sie durch eine über das Schlagfell gebreitete Decke, auch durch Nachlassen der Felle.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 861Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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