FeedTroya (Carlo)
Sagen & MythenBrockhaus 1882

Troya (Carlo), ital. Geschichtsforscher, geb. 7. Juni 1784 zu Neapel, wurde am Hofe der Bourbonen erzogen, welchen er auch nach Sicilien folgte. Von dort zurückgekehrt, studierte er zu Neapel die Rechtswissenschaften, wurde von Murat zu verschiedenen Staatsämtern verwendet, schlug sich 1820 zur Revolutionspartei und ward infolge dessen verbannt. Er bereiste nun Italien und durchforschte überall Archive und Bibliotheken. Seine erste Arbeit: Del veltro allegorico di Dante (Flor. 1826; neubearb. unter dem Titel: Del veltro allegorico de' Ghibellinie, Neap. 1856), ist wesentlich ein histor. Roman, bildete aber gleichwohl die Grundlage aller seither in und außer Italien erschienenen Dante-Biographien. Auf umfassenden Quellenstudien beruhend und mit Urkunden reichlich versehen, aber dunkel und verworren ist sein Hauptwerk: «Storia d'Italia del medio-evo (4 Tle. in 16 Bdn., Neap. 1839 —51), das durch das am 27. Juli 1858 erfolgte Ableben T.s unvollendet geblieben ist und nur bis auf Karl d. Gr. reicht.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 869Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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