FeedTsching-hai
ErdkundeBrockhaus 1882

Tsching-hai, der Vorhafen der chines. Stadt Ning-po, auf dem linken Ufer des Nungflusses, mißt, sind unter Cz aufzusuchen. 56* nahe der Mündung gelegen, mit 120000 E., ist ein seit 1842 dem europ. Handel geöffneter Vertragshafen und bedeutender Handelsplatz. Eine hochgelegene, aber verfallene Citadelle ist zur Verteidiung des Flusses bestimmt, und eine neu erbaute atterie von 10 Geschützen bestreicht die Reede. Die Stadt ist von einer hohen Backsteinmauer umschlossen. Vor der Flußmündung liegt eine Sandbank, welche wenige schmale Durchlässe für größere Schiffe besitzt und durch Seeminen leicht zu sperren ist. Die Werke waren 1884 durch die Chinesen ausgebessert und mit schwerem Geschütz armiert worden. Im Febr. 1885 erschienen zwei franz. Panzerschiffe vor T. und brachten durch ihre Torpedoschaluppen in der Nacht vom 14. zum 15. Febr. zwei auf der Reede liegende chines. Schiffe zum Sinken. Am 1. März 1885 fand ein zweites Gefecht statt. Der franz. Vizeadmiral Courbet ließ am 1. und 2. März . durch drei franz. Kriegsschiffe bombardieren und versuchte einen Torpedoangriff, der aber durch das Feuer der chines. Werke abgewiesen wurde. Am 13. März wurde der Angriff abermals versucht und das chines. Fort Siaokung durch Geschützfeuer zerstört, doch unternahm man keine Landung, da starke Abteilungen chines. Truppen von den Schiffen aus gesehen wurden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 883Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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