Dahlak oder Dahalak, bei den Arabern Za0 1 ein Archipel im Roten Meere, welcher, ziemlich nahe der Küste Abessiniens, zwischen 15²25 und 16° 36,nördl. Br. gelegen, den Mittelpunkt der Fischerei im südl. Teile dieses Meeres bildet. Gegen 100 Klippen und kleinere Eilande liegen dichtgedrängt um die Insel Dahlak-el-Kebir oder Groß⸗-Dahlak, die 52 km lang und 30 km breit ist und eine Menge hufeisen- und hakenförmiger Buchten und beckenartiger Häfen aufweist. Die Insel liegt östlich gegenüber der Hafenstadt Massäua und im Nordosten von Asuleh (Adulis) und der Insel Dessi oder Valentia. Sämtliche Inseln, deren Bewohnerzahl auf 1500 geschätzt wird, sind von geringer Erhebung über den Meeresspiegel und scheinen ihren Ursprung einer vulkanischen Revolution zu verdanken, wie denn noch heute Erdbeben hier nicht selten sind. Ihre Oberfläche besteht aus halbverwittertem, mit Schorabäumen dicht bewachsenem, meist sehr porösem Madreporenkalk, der einzelne merkwürdige senkrechte Berstungen und Verschiebungen in derselben Richtung erlitten hat. Sie sind reich mit Trinkwasser versehen und haben ein schönes Klima. Ständig bewohnt sind nur Norah, Dohul und Groß-D. Letzteres hat 12 Dörfer, deren Einwohner vom abessin. Küstenland Samhar stammen, das Massauanische sprechen, dem türk. Pascha von Massäua zinspflichtig sind und Gi Vönoh Perlenfischerei (der Perlenmarkt wird zu Dömöllö an der Ostseite der Insel D. gehalten), Schiffahrt, Kamel⸗,/ Vieh-und Hühnerzucht treiben, Schildkrot und Schwämme verhandeln. Der Ort Dahlak besteht aus 50 ärmlichen Wohnungen; dabei liegen in den Fels gehauene Cisternen und ein alter großer Kirchhof mit kufischen Inschriften. Die einst stark bevölkerte Insel ist berühmt durch die hier gefundene Adulitanische Inschrift. Zur Römerzeit war D. der Mittelpunkt der Fischerei und des Perlenhandels.