FeedTulumbadschi
AllerleiBrockhaus 1882

Tulumbadschi (vom türk. tulumba, Feuerspritze), der osman. Feuerwehrmann. In Konstantinopel und den größern Orten der Türkei besteht seit langer Zeit eine cast Feuerwehr, die sich aus armenischen Hamals (Lastträgern), Sänftenträgern etc. ergänzt. Sobald in Konstantinopel oder einem der Orte am Bosporus Feuer ausbricht, wird von dem Derde Vaniköj am asiat. Ufer liegenden Feuererge Kuleli aus mit sieben Kanonenschüssen ein ignal gegeben. Gleich darauf erscheinen am Turm des Seraskierats in Stambul und auf dem Galata-Turm Feuerzeichen (bei Tage Körbe, be-Feuerwöchter Fahnen, nachts Lampen), und die euerwächter, nachts die Beldschi (Nachtwächter), durcheilen die Straßen mit dem langgezogenen Rufe „NJangin war“, d. h. „es ist Feuer“. Die T. sammeln sich schnell an bestimmten Plätzen und laufen, zu Abteilungen vereinigt, ihre kleinen Spritzen auf den Schultern tragend und ein wildes Geheul ausstoßend, der Brandstätte zu. Das Maß ihres Eifers hängt von der Höhe des ihnen zugesicherten Bakschisch (Geschenks) ab. Unbändigkeit und Raubsucht machten diese wilde Feuerwehrje länger mehr gefürchtet. Fur die europ. Stadtteile Konstantinopels wurde daber schon unter Sultan Abd-ul-Asis von dem Grafen Szechenyi Pascha eine nach berliner Muster organisierte und ausgebildete militärische Feuerwehr errichtet. Dieselbe besteht aus zwei Regimentern, hat ihr Quartier in einer Kaserne am Taksim in Pera und leistet Vorzügliches, sodaß die Feuersbrünste selbst in Wrer Quartieren jetzt bei weitem nicht mehr die Ausdehnung erreichen, wie früher. 5

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 900Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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