FeedTulpe
PflanzenreichBrockhaus 1882

Tulpe (Tulipa L.) heißt eine slanzengattung aus der Familie der Liliengewächse, mit sechsblätteriger, glockiger Blütenhülle, einblütigem und im Grunde beblättertem Stengel und fleischiger, hraunhäutiger Zwiebel. Die in Wäldern und Weinbergen wachsende, doch ziemlich seltene Waldtulpe (J. silvestris) hat'einen schlanken, unterhalb der Blüte gebogenen Stengel, schmal-lanzettige glätter und gelbe, äußerlich grünliche, wohlriechende Blüten, deren Blätter an der Spitze schwach gebartet ind. Die wohlriechende Tulpe (T. suaveolens eoth.), Due van Thol, hat einen sehr kurzen behaarten Stengel und gelb⸗ und rotgefärbte, wohlriechende, sich fast wagerecht ausbreitende Blüten und bildet, in Töpfen gezogen, im Frühling eine Zierde der Fenster. Sie stammt aus Südeuropa, wo noch andere schöne Arten wachsen, z. B. das Sonnenauge (T. oculus solis L), mit großen, scharlachroten, im Grunde schwarzgefleckten Blumen. In Thrazien und in der Türkei it die T. turcica Derten zu Hause, gewöhnlich Papageitulpe genannt, ben Blumenfarbe vom lebhaftesten Rot zum rein0 Dunkelgelb variiert und oft durch papageirme, gelblichgrüne oder orangegelbe Streifen, Vander und Flammen unterbrochen wird. Die Gartentulpe . Gesneériana) wird 45 em ho hat breite, seegrüne Blätter und trägt ihre Blüten gufrecht auf einem am Grunde verdünnten Stengel. Tiese aus dem Orient stammende Art, welche z. B. die sandigen Strecken der Tatarei überwuchert, kam 1559 durch Konrad Geßner aus Konstantinopel nach Augsburg und verbreitete sich in kurzer Zeit in alle europ. Gärten. Ungeachtet ihres keineswegs angenehmen Geruchs wird sie ihrer schön gefärbten, meist bunten Blüten wegen jetzt überall gern gezogen und kommt in zahllosen, in der Farbe höchst verschiedenen Spielarten vor, die durch sorgfältige Kultur erzeugt worden sind. Eine eifrige Kultur erfuhr und erfährt noch die T. in Holland (bei Harlem). Die bis zur Manie getriebene Tulpenliebhaberei führte seinerzeit zur schwindelhaften Speulation. (S. Giumenhandel.) Die Zwiebeln nimmt man nach der Blütezeit aus dem Boden und bewahrt sie an einem trockenen Orte auf. Im Spätbunto legt man dieselben aus (am besten in einen umosen lockern Sandboden) und hält sie den Winter 2. Jerad mit Laub bedeckt. Getrieben werden die T. gerade so, wie die Hyacinthen (s. d.).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 900Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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