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AllerleiBrockhaus 1882

Türken nennt man im allgemeinen eine Gruppe von Völkerschaften, welche im ethnogr. System einen der drei Hauptzweige der tatar. Völkerfamilie bilden, welche letztere wiederum nach einigen Forschern mit der finn. Völkerfamilie zusammen den altaischen oder tatar. Völkerstamm ausmacht. S. Tataren und Ural-Altaische Völker.) ie türk. Völker (Turkvölker) in diesem Sinne hatten ihre Ursitze am Altai, von wo aus sie in die Steppenlandschaften zwischen Tibet, Sibirien und dem Aralsee herabstiegen, welche nach ihnen mit dem Namen Turkestan, bei den Persern Turan benannt worden sind. Von hier aus verbreiteten sie sich, meist als Eroberer, nach Nordwesten bis zum Ural und Schwarzen Meere, nach Norden bis Sibirien hinein (Jakuten), nach Süden über Persien, gegen Westen bis in die Nähe der Grenzen Deutschands. Man teilt die verschiedenen türk. Völkerschaften, deren man ihren Mundarten Dahi etwa 20 unterscheidet, in mehrere Gruppen. Dahin gehören die Osttürken (Uiguren), die Turkomanen, die Usbeken, die Nogaier, die Tataren von Kasan, die Baschkiren, ferner die Sibirischen Tataren in verschiedenen Stämmen, namentlich die Jakuten, die Kumüken, Kirgisen, Kumanen und Osmanen. Vorzugsweise aber werden die Osmanen als T. bezeichnet, wie man auch die von diesen eich eu-Länder als Türkei oder Türkisches Reich zusammenzufassen pflegt. (S. OsmanischesReich.) Vgl. Vambery, „Das Türkenvolk in seinen ethnologischen und ethnogr. Beziehungen» (Lpz. 1885).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 915Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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