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Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Türkische Sprache und Litteratur. In dem großen ural-altaischen Sprachstamme, zu dem unter anderm das Finnische und Ungarische gehört, dessen Hauptverbreitung aber im nördl. Asien ist, nimmt die türk.⸗tatar. Sprachfamilie sprachlich wie der Ausdehnung nach wohl die wichtigste Stelle ein. Ein längst ausgestorbener Zweig von ihr war im grauesten Altertum das Sumerische, das Idiom der Begründer der babylon. Kultur. Mit den verwandten Sprachgruppen, der ugrischen und finnischen, teilt sie die Charakteristika der ganzen Familie, die Agglutination in Form und Syntar und die Vokalharmonie. Ihre nördl. Gruppe bildet hauptsächlich das Jakutische und die südsibirischen Türkdialekte, ihre südl. die sog. türk. Sprachen im weitern Sinn; die letztern zerfallen in rei Zweige: a. den nördlichen oder tatarischen (uigurisch), in dessen Idiom die ältesten uns erhaltenen Sprachdenkmäler der ganzen Familie geschrieben sind (das Kudatku Bilike oder Das Hramde de Wissene vom J. 1069); schon der alte Name der Uiguren ist Türk-Volk; b. den lichen oder tschagataischen (özbegisch), und e.den westlichen oder eigentlich türkischen (Turkomanisch, Anatoli u. a. in Asien, rumelisch in Curopah. Das Rumelische oder Osmanli ist es nun, welches im allerstrengsten Sinne Türkisch genannt wird und das wir in Europa allein unter dem Ausdruck

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 916Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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