Turmalinzange ist die Bezeichnung für den einfachsten Polarisationsapparat (s. unter Polarisation des Lichts). Fällt gewöhnliches Licht auf eine Turmalinplatte, welche parallel zur optischen Achse geschliffen ist, so zerlegt es sich vermöge der Doppelbrechung in ordentliche und außerordentliche Strahlen. Letztere gehen durch die Platte, während die erstern von dieser verschluckt (absorbiert) werden. Zwei Turmalinplatten, mit ihren optischen Achsen parallel aneinander liegend, lassen daher die außerordentlichen Strahlen durch, weshalb man durch solche Turmalinplattenpaare ziemlich hell sieht. Wenn sich jedoch diese Plattenpaare mit ihren optischen Achsen unter rechtem Winkel kreuzen, so wird der ordentliche Strahl von der einen, der außerordentliche von der andern Platte absorbiert, wodurch das Gesichtsfeld dunkel bleibt. Hierauf beruht der als T. bezeichnete Polarisationsapparat (s. die nachstehende Figur), bei welchem zwei in Kork gefaßte Turmalinplatten durch einen Draht so miteinander verbunden sind, daß sich die eine vor der andern in ihrer Ebene drehen läßt, wobei sich, wenn es geschieht, das Gesichtsfeld abwechselnd erhellt und verdunkelt. Die Federung des Drahtes drückt die beiden Turmalinplatten gegeneinander derart, daß eine Zange gebildet wird, welche gestattet zwischen die Platten durchsichtige Scheiben zu bringen und das elbst festzuhalten. Man kann dann untersuchen, ob der so eingeschaltete Körper das Licht einfach oder doppelt bricht. Im ersten Fall bleibt bei gekreuzten Achsen der Platten das Gesichtsfeld dunkel, weil der außerordentliche Strahl durch den Zwischenkörper unzerlegt dringt und in der Okularplatte abs orbiert wird. Im zweiten Fall wird der Extrastrahl vom Zwischenkörper neuerdings in einen ordentlichen und außerordentlichen Strahl zerlegt. Letzterer wird von der Augenplatte wieder verschluckt, wogegen der ordentliche Strahl durch die Augenplatte dringt und das Gesichtsfeld erhellt. Die T. gestattet auch die eigentümlichen Farbenerscheinungen verschiedener Krystallpiatten zu studieren. Etwas störend ist zwar bei der T. das grünlich-gelbliche oder bräunliche Gesichtsfeld, aber das Instrument ist dabei so bequem, daß es demnach für einfache krystallographische Untersuchungen allen andern Polarisationsinstrumenten von den ineralogen vorgezogen wird.