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GeschichteBrockhaus 1882

Tuttlingen, Oberamtsstadt im Schwarzwaldkreise des Königreichs Württemberg, an beiden Ufern der Donau, über welche eine Brücke führt, unweit der Grenze Badens, Station der Linie Rottweil-Immendingen der Württembergischen Staatsbahnen, mit evang. und kath. Kirche, zählt (1885) 8746-E. und zeichnet sich durch große Gewerbthätigkeit aus, vorzüglich in Schuhmacherarbeiten, chirurgischen Instrumenten (groößte Fabrik Deutschlands), Messerarbeiten, Gerberei, Bierbrauerei, Spinnerei, Weberei und Leimsiederei. Auch treibt die Bevölkerung mit .Iu der Nabe standen und Getreide starken Handel. In der Nähe befinden sich das Eisenwerk Ludwigsthal, eine Höhle im Juradolomit und ein neuentdeckter Marmorbruch. über der Stadt liegen die schönen Ruinen des im Dreißigjährigen Kriege zerstörten Schlosses Honberg (Hohnburg) und die Tuttlinger Höhe (Witthoh), die eine herrliche Aussicht auf die Alpen gewährt. Die Stadt ist sehr alt, gehörte zu der Landschaft Baar und ist besonders durch den Sieg denkwürdig, den hier 1643 die Osterreicher und Bayern unter Hatzfeld und Merey über die Franzosen ersochten. Im J. 1803 total abgebrannt, ist die Stadt jetzt regelmäßig ganz neu umgebaut. Zum Gemeindeverband gehört auch die auf bad. Gebiete stehende Bergfestung Hohentwiel (. d.) und die Domäne Bruderhof, in der Nähe von Hohentwiel.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 929Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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