Geislingen, Stadt im württemb. Donaukreise, in einem engen Thale der Schwäbischen Alp, 464 m über dem Meere, am Thierbach, Station der Linie Bretten-Friedrichshafen der Württembergischen Staatsbahnen, 33 Km im NNW. von Ulm, ist der Sitz eines Oberamts und eines Amtsgerichts, hat eine 1424 in got. Stil erbaute evang. Marienkirche (mit Chorstühlen und einem Altar von Georg Syrlin, 1512 geschnitzt) und eine neue kath. Kirche, ein Pädagogium, eine Fortbildungsanstalt, ein Spital, eine Handwerkerbank, Fabriken von Drechslerwaren aus Elfenbein und Knochen, eine Maschinenwerkstätte mit Eisengießerei und zwei Metallwarenfabriken, wovon die eine die größte auf dem Kontinent ist und Absatzquellen in ganz Europa hat, eine große Kunstmühle, mehrere andere sog. Kundenmühlen, 12 Brauereien, Gerbereien, ist überhaupt sehr industriell und zählt (1880) 3902 meist evang. C. In der Nähe sind Ruinen des 1552 von den Ulmern zerstörten Schlosses der Grafen von Helfenstein. G. hat eine reizende, viel besuchte Umgebung.