Tys 4½— ein altpoln. Adelsgeschlecht litauischer Herkunft, das in den Grafenstand erhoben wurde und noch jetzt in Litauen, Kleinrußland und Galizien begütert ist. Es stammt ab von Timothens, popularisiert Tyszko, der Ende des 15. Jahrh. lebte. Janusz T., geb. 1570, kämpfte in Livland und bei Chotim gegen die Türken, war ein Berteidiger der kirchl. Union und starb 1642 als Wojwode von Wilna. — Georg T., geb. 1571, Jesuit, bekannt durch seine polemischen Schriften gegen die Alatholiken, gest. 14. Aug. 1625 in Krakau. — Georg T., Nesfe des vorigen, Bischof von Wilna, einer der bedeutendsten kirchl. Würdenträger Polens, präsidierte 1615 beim sog. Colloquium charitatirum zwischen Evangelischen und Katholiken in Thorn: er starb 17. Jan. 1656 in Königsberg. Konstantin Graf T., geb. 1806 auf dem elterlichen Gute Lohojsk (Gouv. Minsk), befaßte sich eifrig mit der Geographie und Geschichte Litauens und Westrußlands und gab heraus eine »„Karte des Flusses Wilia (12 Tafeln mit 62 Abbildungen), ferner »Historische Nachrichten über die Schlösser und Burgen⸗ (Wilna1859) und die Grabhügel oder Kurganer (Wilna 1865) in Litauen und Westrußland, endlich Denkmäler der heimatlichen Kupferstechkunsto (Bd. 1, 1858), alles in poln. Sprache. Er starb 13. Juli 1868 in Wilna. Eustach Graf T., Bruder des vorigen, geb. 6. April 1814 in Lohojsk, studierte in Wilna und Minsk, war 1855— 65 Präsident der Archäographischen Kommission in Wilna und Kurator des dortigen neugegründeten Museums, dem er seine Sammlungen geschenkt hatte; er starb daselbst N. Aug. 1873. Neben archäolog. Werken über seine Heimat, wie Archeologia na Litwien Grak. 1872), schrieb er historische Monographien. «Briefe über Schwedeno (2 Bde., 1846), die Erzühlung „Die zweite Frau» (1841) u. a. Vgl. Krzyzanowski, Eustachy hrabia Tyszkicwicz i Jego pracer (Lemb. 1873). Z3dzis law Graf T., geb. 20. Dez. 1838 zu Pieniali in Galizien, Besitzer der Herrschaft Werynia daselbst, ist Mitglied des galiz. Landtags und seit 1878 des österr. Reichsrats.