Uistiti ist der Name für einige Arten des südamerik. Affengeschlechts Hapale, nämlich für diejenigen, die, wie der Saguin (s. d.), als ausgewachsene Tiere große Ohrbüschel haben. Vi Gnagyar.), soviel wie klein, häufig in zusammengesetzten Ortsnamen. Ujansi, Landschaft in Ostafrika, zwischen 5 und 6 füdl. Br., und 33 bis 35˙ östl. L. (von Greenwich), nordwestlich von Ugogo, südöstlich von Unjamjembe, zum Teil öde und wasserarm. Ui-Banya (deutsch: Königsberg), königl. freie Bergstadt im Komitat Bars in Ungarn, hat (1880) 4190 flowak. E., die nur noch geringen Bergbau auf Gold und Eisen treiben; es findet sich hier ein Eisenhammer. Die Stadt, welche von Deutschen gegründet und bewohnt war, wurde 1345 zur königl. Freistadt erhoben und ihre Goldbergwerke waren damals wegen ihres Reichtums berühmt. 0 5 J. d., Abkürzung für Utriusque juris doctor Ujejski (Cornel), poln. Dichter, geb. 1823 in Beremniany im Kreise Czortkow in Galizien, erwarb sich schon früh durch seine 4 Skargi Jeremiego ((Klagen Jeremiär, Lond. 1847), zu denen ihn die Metzeleien der galiz. Bauern im J. 1846 veranlaßten, großen Ruf; aus ihnen ward der Choral Dymem bozaröwo (Mit dem Rauch der Feuersbrünste v) allgemeines Volkslied. Nachdem U. sich in Paris 1847 mit Slowacki befreundet, folgten seine «Melodie biblijnen (Biblische Melodieno, Lemb. 1851), in denen er nach den althebr. Gesängen in erhabener Sprache seines Volkes Schmerz und Demut ausspricht. Von geringerm Werte sind seine sentimentalen Gedichte „Blumen ohne Dufto und «Welke Blättere, hervorzuheben jedoch seine Dichterworte zu Chopinschen Tonschöpfungen, das Gedicht 4 Maratheno und ein Bruchstück eines Dramas 4Samson ». Er lebt auf einem Landgute bei Lemberg, das ihm der dortige Magistrat als Nationalbelohnung überließ. Seine „Poezjer sind gesammelt in der Biblioteka pisarzy polskiche (Bd. 42 u. 43, Lpz. 1866). Vjesd (russ.), der Kreis als administrative Einteilung und Teil eines Gouvernements. Ujest, Stadt im preuß. Regierungsbezirk Oppeln, 15 km südlich von der Kreisstadt Großstrehlitz, an der Klodnitz, ist ein unansehnlicher, aber hübsch gelegener Ort mit einem schönen Marktplatz und einem hochgelegenen Schlosse des Herzogs von U., zwei kath. Kirchen, einer Kapelle, einer Synagoge. Der Ort ist Sitz eines Amtsgerichts und zählt (1885) 2548 E., die Leinweberei, Gerberei und Ziegelbrennerei treiben und lebhafte Viehmärkte unterhalten. U., eine der ältesten Städte Schlesiens, wurde 1222 vom Herzog Kasimir von Oppeln an das Bistum Neisse (Breslau) verkauft, zu dem es bis 1810 gehörte. Nachdem es mehrfach seine Besitzer gewechselt, kam es in neuerer Zeit an den Fürsten von Hohenlohe-Ohringen (s. d.), dessen sämtliche in Oberschlesien belegenen Fideikommißherrschaften durch Kabinettsordre vom 18. Okt. 1861 des Königs Wilhelm von Preußen zum erblichen Herzogtum Ujest erhoben worden sind. Die bedeutenden Besitzungen desselben liegen in den Kreisen Großstrehlitz, Kosel, Tost-Gleiwitz, Beuthen und Rosenberg. Die schles. Residenz des Herzogs ist Schlawenzütz oder Slawentzitz, ein Dorf (bis 1534 Stadt) 3 km westlich von U., aber im Kreise Kosel, an der Klodnitz, dem Klodnitzkanal und der Linie Breslau-Oswiecim der Preußischen Staatsbahnen. Dieser Ort zählt mit der Kolonie und Rittergut 1940 E., hat eine kath. Pfarrkirche, ein evang. Bethaus und ein Schloß mit Garten⸗ und Parkanlagen. Ujest (Herzog von), s. Hohenlohe-OShringen (Hugo Friedr. Wilh. Eugen Karl, Fürst zu). Ujfalvy (Karl Eugen) von Mezö-Kövesd, Sprachforscher und Reisender, geb. 16. Mai 1842 in Wien, aus einer alten ungar. Adelsfamilie, die noch jetzt in Siebenbürgen begütert ist, besuchte die Militärakademie in Wiener-Neustadt und war 1861 —64 Lieutenant in der österr.⸗ungar. Armee. Nachdem er seinen Abschied genommen, studierte er zwei Jahre in Bonn, ging 1867 nach Frankreich, war Lehrer an Lyceen und seit 1873 Professor an der Orientalischen Akademie in Paris. Im Auftrag der franz. Regierung machte U. 1876—82 drei wissenschaftliche Reisen nach Asien und veröffentlichte darüber: «Mission scientifique frangaise en Russie, en Sibérie et dans le Turkestano (6 Bde., Par. 1878—82). Ferner verfaßte er neben einer Reihe Grammatiken und grammatischer Forschungen über die magyarische, die finnische und andere ural-altaische Sprachen: Le tableau ethnographique de la Bibleo (Par. 1872), La migration WLart des cuivres en Cachemire“ (1883) u. a., und redigierte die cRerue de philologie et ethnographien (3 Bde., Par. 1874—77). Unter Mitwirbung von Desbordes Valmore übersetzte U. eine Auswahl magyar. Dichtungen (1872) und Petöfis Gedichte (1871) ins Französische; deutsch schrieb er: (Alfred de Musset. Eine Studier (Lpz. 1870) und »Aus dem westl. Himalaja » (Lpz. 1884). Auch schrieb er unter dem Pseudonym Carla Maria und unter Mitwirkung seiner Gattin die Erzählung Un royal aventurier dans 'Asie Centrales(P ar. 1886). Seine Gattin, Marie U., geborene Bourdon aus der Bretagne, mit der sich U. 1868 vermählte, begleitete ihn auf allen seinen Reisen und schrie) mehrere auf dieselben bezügliche Erzählungen. Uj-Gradiska (Neu-Gradiska), s. u. Gradiska. Ujhely (Sätoralja⸗), Vorort des Zempliner Komitats in Ungarn, Station der Linien Szerenes-Kiralyhaza und U.⸗Kaschau der Ungarischen Nordostbahn, mit (1880) 11264 E., darunter 8443 Magyaren, 983 Deutsche und 1220 Slowaken; dem Religionsbekenntnis nach sind 3983 Juden, 3857 röm. und 1980 griech. Katholiken, 1237 Reformierte und 204 Lutheraner. Der Ort besteht eigentlich aus einer langen Doppelgasse und treibt lebhaften Handel nebst ansehnlicher Industrie. U. wurde 1240 von den Mongolen zerstört und 1250 wieder erobert, im 14. Jahrh. gehörte es dem Herzog Koriatovics, der es mit ruthen. Ansiedlern bevölkerte und auf dem nahen Schloßberge eine Burg erbaute.