Iberia hieß bei den Alten einerseits die fast rings von Gebirgen umschlossene, vom Flusse Cyrus, jetzt Kur, durchströmte, an Getreide, Ol und Wein fruchtbare Ebene des kaukas. Isthmus, die im N. durch den Kaukasus vom Lande der Sarmaten geschieden, im W. an Kolchis, im S. an Armenien, im O. an Albania grenzte und die (im Lande selbst Kharthli oder Ver genannt) seit dem 11. Jahrh. den Namen Georgien (s. d.) oder Grusien trägt. Die Einwohner, die Iberer, trieben vornehmlich Ackerbau und schieden sich in röm. Zeit in vier Kasten: Edle, Priester, gemeine Freie und Leibeigene. Bekannt wurde ihr Land durch den Feldzug des Pompejus 65 v. Chr. Dauernd stand es unter röm. Herrschaft von Trajan bis nach dem Tode Julians; dann unterwarf es der pers. König Sapor II. Unter Anerkennung der pers. Oberhoheit behielt J. seine nationalen Fürsten mit dem Königstitel, die im 5. Jahrh. nahe der alten Hauptstadt Mtzchth (gewöhnlich Meschitha) die neue Tbilisi (Tiphilis, jetzt Tiflis) erbauten. J. wurde seit dem 4. Jahrh. von Armenien aus christianisiert. — Andererseits wurde vor dem Aufkommen des Namens Hispania der Name J. für die 71 Halbinsel gebraucht.