FeedIchthyosaurus (grch., d. i. Fischechse)
TierreichBrockhaus 1882

Ichthyosaurus (grch., d. i. Fischechse), ausgestorbene Reptiliengattung, deren Überreste, namentlich in der Liasformation Deutschlands und Englands vielfach vorkommen. Der Kopf dieser Tiere (von denen umstehende Abbildung ein volles Skelett zeigt) ist sehr groß, die langen Kiefer mit mehrern hundert gefalteten Kegelzähnen bewaffnet, die ungeheuern Augen in ähnlicher Weise wie die der Vögel mit einem Knochenringe umgeben, der Hals sehr kurz, der Bauch dick, der Schwanz sehr lang. Statt der Füße besaßen diese fischähnlich gestalteten Tiere Flossen, in ähnlicher Weise wie die der Wale gestaltet. Sie lebten ausschließlich im Meere, nährten sich von Fischen und erreichten 10 und mehr Meter Länge. Man findet im Lias ganze Schich— ten, die beinahe nur aus versteinerten Exkrementen (Koprolithen) dieser Tiere bestehen, und in denen man noch die Schuppen und die Gräten von den Fischen erkennen kann, die sie gefressen haben. Die wichtigsten Fundstätten von Ichthyofaurierresten sind: Boll in Württemberg, Banz bei Bamberg und Lyme-Regis an der Südküste von England. Jhthyosis (rch.), s. Fischschuppenkrank— eit.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 523Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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