Usipeter oder Usipier, ein westdeutsches Volk, welches, vor innern Gegnern weichend, bei seinem Zuge nach dem belg. Gallien am linken Ufer des Niederrheins 55 v. Chr. durch Julius Cäsar verräterisch angegriffen und geschlagen wurde. Nach dem rechten Ufer zurückweichend, tauden die U. und ihre Verbündeten, die Tencterer, Aufnahme bei den Sugambrern, mit denen sie nunmehr, in dem Gebiete der untern Lippe angesiedelt, die weitern Schicksale in steten Kämpfen gegen die Römer teilten; seit Vespasians Zeit haben sie, an der Lippe vertrieben, an der Kinzig oder im Fuldaischen neue Sitze gefunden und sind im 3. Jahrh. n. Chr. unter den Alamannen aufgegangen. 109114. üschküb, Skopia oder (serb.) Skoplja, Hauptstadt des Vilajets Kossowo der europ. Türkei, am obern Wardar, in der Scharte zwischen dem Schar Dagh und dem Kara Dagh, 288 müber dem Meere, Station der Eisenbahn Salonili-Mitrowitza, ist ein sehr wichtiger Straßenknotenpunkt, Sitz eines griech. Erzbischofs, zählt 28000 E., meist Bulgaren und Arnauten, auch Armenier und Griechen, welche sich mit Arbeiten in Leder und Metall, Weberei, Färberei, Obstbau, so- wie mit Handel beschäftigen. — U. hieß im Altertum Scupi (mittellat. Scopi, Scopiae, Scupiae) und gehörte zu Dardania, war unter dem Namen Justiniana Prima nach Justinians Verordnungen Sitz eines Erzbischofs für diese Provinz, gehorte seit dem 7. Jahrh. den Slawen, dann den Bu garen, kam mit dem westl. Bulgarenreiche (1019) wieder unter die Herrschaft von Byzanz, 1205 an das neue 1186 gegründete Bulgarenreich, im Beginn des 14. Jahrh. an Serbien und mit diesem in die Gewalt der Osmanen. Uskoken (serb.⸗kroat., Flüchtlinge) hießen die flüchtigen Bewohner Serbiens und Bosniens, die infolge der Greuel der türk. Eroberer zu Anfang des 16. Jahrh. ihre Heimat verließen und sich in den benachbarten zu Ungarn und der Republik Venedig gehörigen Ländern niederließen, wo sie dann wichtige Dienste in den Kriegen gegen die Türken leisteten; aus ihnen zumeist wurde z. B. die österr. Militärgrenze (s. d.) gebildet. Speziell wird der Name U. aber auf diejenigen jener Flüchtlinge angewendet, welche sich ins adriatische Küstenland begaben. Ihr Centrum war hier anfangs Clissa in Dalmatien, und als dieses 1537 von den Türken erobert wurde, Zengg. Sie kämpften nicht nur gegen die Türken, sondern auch gegen die Venetianer und bedrängten die letztern namentlich sehr durch ihre kühnen Seeräubereien. Überwältigt konnten die U. erst werden, als sie Osterreich, das sie bisweilen zu seinen Zwecken benutzt hatte, infolge eines Vertrags mit Venedig preisgab. Um 1615 wurde ihre Flotte verbrannt und die uskokische Bevölkerung in die Gegend von Karlstadt in Kroatien übergesiedelt.