Sigambern oder Sugambrer, ein deutsches Volk, das zu Cäsars Zeit am rechten Ufer des zittelrheins zwischen der Lippe und der Lahn seine Sitze hatte; gegen sie war Cäsars Übergana nach Germanien 55 v. Chr. gerichtet, als die Usipeter und Tenkterer, die er aus Gallien vertrieben, bei ihnen Aufnahme gefunden hatten. Mit jenen Völkern vereint unternahmen sie, damals ersichtlich der führende Stamm in Westgermanien, im J. 16 einen Zug über den Rhein, bei welchem der röm. Statthalter Galliens, Lollius, geschlagen wurde. Drusus (seit 12 v. Chr.) vermochte nicht, sie zu unterwerfen. Dagegen wußte sie Tiberius 8 und 7 v. Chr. durch List zu bändigen; 40000 S. siedelte er zwangsweise in Belgien an, wo sie fortan unter dem Namen der Gugernen erscheinen. Der größere Teil des Volks wich vom Rhein ostwärts zurück; der andere Teil trat seit dieser Zeit zwischen der obern Ruhr und Lippe als Marsen (s. d.) auf. Im 3. Jahrh. n. Chr. wurde der Name S. durch den gemeinsamen Namen des Völkerbundes der Franken, in dessen nördlicherm Teile, den Salischen Franken, sie ein Hauptglied bildeten, verdrängt.