FeedUbier (Ubii) hieß ein westdeutsches Volk
ErdkundeBrockhaus 1882

Ubier (Ubii) hieß ein westdeutsches Volk, welches Cäsar als schon einigermaßen civilisiert, gegenüber den Trevirern, auf dem rechten Rheinufer, südlich von den Sugambrern, in einem ziemlich ausgedehnten, etwa von der Sieg bis uber die Lahn zum untern Main reichenden Gebiete antraf. Früher mächtig, damals aber von ihren östl. und südl. suevischen Nachbarn bedrängt, schlossen sie sich nicht nur gern an Cäsar an, sondern ließen sich auch 38 v. Chr. durch Agrippa auf das linke Rheinufer versetzen, in der Ausdehnung von Koblenz und Andernach bis Neuß, sodaß die Gegend bei Bonn und Köln und das Ahrthal der Kern ihres Gebietes wurde. hr Hauptort war seit dieser Zeit Ara oder Civitas Ubiorum; man nimmt gewöhnlich an, jener Ort habe am Rhein gelegen und sei 51 n. Chr. nach der daselbst geborenen A rippina, der Tochter des Germanicus und Gemahlin des Claudius, Colonia Agrippinensis (das heutige Köln) benannt worden, umal da Colonia Agrippinensis bei röm. Schriftsielern ausdrücklich als eine Stadt der U. erwähnt wird. Sie hielten enger und fester zu den Römern und dem röm. Wesen als irgend ein anderer deutscher Stamm, sodaß sie auch an dem Aufstande des Civilis in den J. 69 und 70 n. Chr. nur gezwungen und nur auf kurze Zeit teilnahmen. Zuletzt gingen die U., wie es scheint, in den Franken auf, mit deren Stämmen sie wohl ursprünglich verwandt waren. übigan, Stadt in der preuß. Provinz Sachsen, an der Einmündt Merseburg, Kreis Liebenwerda, an der Einmündung des Land⸗(Röder⸗) Grabens in den Neugraben, zahlt (1885) 1483 CE. und hat Brauereien und Seifensiederei. UÜbigau, Dorf in der sächs. Amtshauptmannschaft Dresden-Neustadt, rechts an der Elbe, 3 km unterhalb Dresdens, zählt (1885) 791 E. und hat eine bedeutende Schiffswerft der deutschen Elbschiffahrtshalton don Kette, Wein⸗ und Obstbau und Fabriation von Albumin, Farben und Chemikalien.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 945Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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