Vaganten, fahrende Schüler, die sich auch Goliarden nannten, Bezeichnung für die Hörer der alten Kloster⸗ und Stiftschulen, die, zuerst namentlich durch die Kreuzzüge zu Ende des 11. Jahrh. veranlaßt, die Stätten der Wissenschaften verließen, an dem Unsteten Geschmack findend, teils einzeln, teils in Schwärmen im Lande umherzogen und ein zügelloses Leben führten. Nur die lat. Sprache und die höhere Bildung des Geistes erhoben sie über die zerlumpten fahrenden Leute ihrer Zeit. Die Synode zu Passau (1284), das Konzil zu Salzburg (1291), u. a. erließen Verdammungsurteile h19 die wilden Schüler, die hauptsächlich durch ie angedrohte Entziehung des geistlichen Privilegiums, das ihnen Schutz vor den weltlichen Gerichten gewährt hatte, betroffen wurden. (S. Bacchanten und Goliarden.) Vgl. außer der unter Goliarden aufgeführten Litteratur noch J. Grimm, „Gedichte des Mittelalters auf König Friedrich I. den Staufer» (Berl. 1844); L. Laistner, &Golias. Studentenlieder des Mittelalterso (Stuttg. 1879); werth von Bärnstein, «Carmina burana selectav (Originaltext und übersetzung, Würzb. 1879). Conversations-Lexikon. 13. Aufl. XVI.