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ErdkundeBrockhaus 1882

Valdivia, Provinz der Republik Chile in Südamerika, im Süden des Staats, zwischen den beiden Provinzen Arauco und Llanquihue, umfaßt einen Teil der chilenischen Cordilleren, die hier etwa 2000 m hoch aufsteigen und mehrere Vulkane tragen, und die daran sich anlehnende Küstenebene, welche sehr reich bewässert, aber meist noch mit Urwaldungen bedeckt ist. Die Provinz hat ein gesundes Klima und einen Boden, der bei einiger Kultur alle deutschen Getreide-und Obstgattungen trägt. Durch natürliche Wasserstraßen für den Verkehr gut geeignet, besizt das Land an der Küste auch mehrere gute Häfen. Der See Ranco, aus dem der Rio Bueno abgeht, ist 56 kmlang und bis 30 km breit. Fahrstraßen durchschneiden den Urwald. Die Provinz zählt (1884) auf 19536 qkm 38 585 E., welche besonders Ackerbau und Viehzucht betreiben. Die Hauptstadt Valdivia, 1551 von den Spaniern gegründet, liegt am Valdiviaflusse, der sich in die Valdiviabai ergießt und einen der größten, schönsten und sichersten Häfen der ganzen Westküste Amerikas bildet. Der Ort, Sitz eines deutschen Konsuls für die Provinz, zählt 6000 E. und hat sich erst seit 1850 durch Einwanderung gewerbfleißiger deutscher Ansiedler gehoben. Unter den Gewerben sind besonders die Gerbereien, Brauereien und Brennereien bedeutend. Die Einfuhr rührt fast ausschließlich aus Deutschland her; zur Ausfuhr gelangen namentlich Sohlleder, Weizen und Holz. Vgl. Philippi, Neue Nachrichten über die Provinz V.» (Kassel 1852), und Die Provinz V. und die deutschen Ansiedelungen daselbsto in Petermanns Mitteilungen⸗(Bd. 6, Gotha 1860).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 99Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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