Vanilla 8. (Vanille), Pflanzengattung aus der Familie der Orchideen. Man kennt etwa 20 Arten, die in den Tropengegenden eine ausgedehnte Verbreitung haben. Sie gehören zu den sog. pseudoparasitischen Orchideen, d. h. zu denjenigen, welche in den Wäldern der Tropenländer an Baumstämmen haften und sich durch Luftwurzeln ernähren. Die letztern sind bei V. über und über filzig behaart, die Stengel schlingend, bald mit dickfleischigen platten Blättern, bald bloß mit Scheiden beseht, die Blüten in achselfändige Trauben gestellt. Aus den schöngefärbten Blumen, deren Honiglippe mit der Stempelsäule verwachsen ist, entwickeln sich schotenförmige, walzige Kapseln, welche kleine, kugelige, schwarze Samen enthalten. Diese Kapseln, von den Spaniern vainillas (Hülsen) genannt, haben der Gattung ihren Namen gegeben. Die bekannteste Art ist die im tropischen Amerika einheimische V. planifolia And., von welcher die Kapseln als Vanille in den Handel kommen und auch als Fructus 8. Siliqua Vanillae offizinell sind. (S. Tafel: Offizinelle Pflanzen II, Fig. 8.) Die Vanilleernte währt vom Dezember bis März und wird fast ausschließlich von den Indianern besorgt. Im Anfang des 19. Jahrh. begann man auch auf Java und andern Orten die Banille künstlich zu züchten. Gleich anfangs blühten zwar die Pflanzen, setzten aber keine Frucht an. Man hatte übersehen, daß in der Natur die Befruchtung stets durch gewisse Insekten besorgt wird, indem bei allen Vanillen durch eine über die Narbe hinweghängende Decke dem Blütenstaube der Zugang zur Narbe versperrt ist. Seitdem man eine künstliche Befruchtung durch Ubertragung des Blütenstaubes mittels eines Pinsels auf die Narben vorgenommen, hat man auch auf Java Früchte erzielt. Dies ist selbst in den Gewächshäusern in verschiedenen botan. Gärten (. B. in Leiden, Berlin, Padua) gelungen. Die in den Handel kommenden