FeedVehse (Karl Eduard)
Sagen & MythenBrockhaus 1882

Vehse (Karl Eduard), Geschichtschreiber, geb. 18. Dez. 1802 zu Freiberg im sächs. Erzgebirge, studierte in Leipzig und Göttingen die Rechte, erhielt 1825 eine Anstellung am dresdener Staatsarchiv, wanderte 1838 mit dem Separatisten Stephan und dessen Anhange nach Amerika aus, kehrte aber schon 1839 wieder nach Europa zurück. Er hielt dann in Dresden Vorlesungen über Welt⸗, und 1852 auf Reisen und nahm 1853 seinen Aufenthalt zu Berlin. Wegen einiger kompromittierender Angaben, die er in seiner 4Geschichte der deutschen Höfe über einen nahen Verwandten des preuß. Königshauses hatte drucken lassen, wurde er zu halbjähriger Haft verurteilt und ihm der Aufenthalt innerhalb des preuß. Staats verboten. Im Aug. 1856 wandte er sich nach Sissach bei Basel und lebte seit 1857 in Italien, bis er 1862 nach Freiberg zurückkehrte. Er starb, fast völlig erblindet, zu Striesen bei Dresden 18. Juni 1870. Vis litterarischer Ruf gründet sich auf die 4Geschichte der deutschen Höfe seit der Reformation⸗ (48 Bde., Hamb. 1851—58). Dieses Werk ist eine fleißige, aber in der Benutzung der Quellen kritiklose Kompilation. Von V.s übrigen Arbeiten sind noch zu nennen: 4Geschichte Kaiser Ottos d. Gr. » (Zittau 1828, 2. Aufl., Lpz. 1865), «Tafeln der Welt⸗ und Kulturgeschichtes (Dresd. 1834), Vorlesungen über Weltgeschichtes (2 Bde., Dresd. 1842), «Shakespeare als Politiker, Psycholog und Dichters (2 Bde., Hamb. 1851).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 137Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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