Weber (Karl von), verdienter Geschichtsforscher, geb. 1. Jan. 1806, studierte zu Leipzig und Göttingen die Rechte, wurde 1835 Beisitzer des Appellationsgerichts zu Dresden, 1839 Appellationsrat und 1843 Ministerialrat und Geh. Referendar im Gesamtministerium. Seit 1849 wirkte er als Direktor des Hauptstaatsarchivs zu Dresden; daneben ward ihm 1865 das Referat beim Gesamtministerium übertragen. Sein litterarischer Ruf gründet sich auf eine Reihe vorzüglicher, aus archivalischen Quellen geschöpfter Beiträge zur Geschichte Sachsens und des sächs. Fürstenhauses. Dahin gehören: Maria Antonia Walpurgis, Kurfürstin zu Sachseno (2 Bde., Dresd. 1857), Aus vier Jahrhunderten » (2 Bde., Lpz. 1857; Neue Folge, 2 Bde., Lpz. 1861), „Zur Chronik Dresdensv (Lpz. 1859), Moritz, Graf von Sachsen, Marschall von Sachten »(Lpz. 1863), «Anna, Kurfürstin von Sachsen, geboren aus königl. Stammezu Dänemark)⸗ (Lpz. 1865). Im J.1862 begann W. mit Wachsmuth die Herausgabe des «Archiv für sächs. Geschichtes, dessen Leitung er 1865 allein übernahm. Er starb 18. Juli 1879 zu Loschwitz bei Dresden. Ernst von W., jüngster Bruder des vorigen, geb. 7. Febr. 1830 zu Dresden, bereiste Spanien, Portugal, Marokko, Kleinasien, Agypten und Nordamerika und brachte die J. 1871—75 in Südafrika zu. Als Frucht dieser Reise erschien Vier Jahre in Afrikar (2 Bde., Lpz. 1878). Lebhaft trat er gegen die Vivisektion (s. d.) auf, besonders in der Schrift Die Folterkammern der Wissenschaft v ELpz. 1879). Der Vater der vorigen war Karl Gottlieb von W., geb. 28. Aug. 1773 zu Leipzig, gest. 25. Juli 1849 als Präsident des Landeskonsistoriums zu Dresden. Derselbe hat sich um das sächs. Kirchenwesen besonders durch seine «Systematische Darstellung des in Sachsen geltenden Kirchenrechtso (2. Aufl., 2 Bde., Ipß. 1843—45) verdient gemacht.