Velvurstapete oder Samttapete, s. unter Tapeten. 3J%Veloursteppich oder geschnittener Samt⸗ „üteppich, s. unter Teppiche. Velpel, s. Felbel. Velte, franz. Weinmaß, zum Teil noch jetzt gebräuchlich = 7,6 1. burg, Regierungsbezirk Potsdam, Kreis Osthavelland, 3,5 km rechts von der Havel, zählt (1885) 3844 CE. und hat ansehnliche Thonlager, 32 Ofen⸗ „fabriken mit über 1500 Arbeitern, zwei Dampf⸗ „Thonschlemmereien und zwei Dampfglasurmühlen. heißt im weitern Sinne das obere Thal der Adda in der ital. Provinz Sondrio vom Stilfferjoch bis zum Comersee, im engern die 90 Km lange untere Stufe desselben Thals, die von der obern, der Landschaft tBormio, durch den Engpaß Serra di Morignone „getrennt wird. Das eigentliche V. ist ein schönes, eüppiges, nach Westen geöffnetes Thal zwischen den 4Südrhätischen Alpen (. Alpen 10) und den Bergamasker Alpen (s. Alpen 13), deren Abhänge bis „hoch hinauf mit Nadelwäldern und Alpweiden betkleidet sind. Die Vorhügel, von zahlreichen Kirchen „und Klöstern, Burgen und Dörfern belebt, mit Kastanienwaldungen und Weinbergen übersponnen, sind ungemein fruchtbar und liefern auf der rechten Thalseite hochgeschätzte Rotweine (Sassella, Inferno, Grumello u. s. w.); der Thalgrund, im untersten Teile sumpfig, wird in dem obern von Obstgärten, hochalpine Nebenthäler, Val Malenco, Val Masino, Val Madre u. s. w., öffnen sich zu beiden Seisten. Außer Wein gelangen auch Vieh, Honig, Rohseide und Holz zur Ausfuhr. Die wichtigsten Ortschaften sind außer der Hauptstadt Sondrio das Städtchen Tirano (460 m, 6000 E.) am Eingang des Puschlav (s. d.), mit alten Palästen der Visconti, Pallavicini und Salis, Teglio, nach dem das Thal benannt ist, und Morbegno (260 m, 3400 E.) mit der schonsten Kirche des V., mehrern ehemaligen Klöstern und einem alten Palast der Malacrida. Die Hauptverkehrslinie ist die Bahn Colico-Sondrio und die große Straße des Addathals, Sondrio-Bormio, an welche sich bei Tresenda die Apricastraße nach Val Camonica, bei Tirano die Berninastraße und bei Bormio die Stilfserjochstraße anschließen. Im Mittelalter machte das V., wie Bormio und Chiavenna, einen Teil der Lombardei aus, fiel mit dieser an das Herzogtum Mailand und wurde 1512 an Graubünden abgetreten, welches die drei Länder als Unterthanenländer verwaltete. Am 19. Juni 1620 versuchten es die Katholiken des V. unter Führung des Ritters Robustelli von Grossotto, sich durch Ermordung der bündnerischen Beamten und Prädikanten und aller Reformierten von der Herrschaft der Bünde frei zu machen (Veltlinermord). Mit Hilfe Frankreichs gelang es aber den Bündnern, sich wieder in den Besitz der Thäler zu setzen und denselben bis 1797 zu behaupten, wo sich das V. von Graubünden lossagte und von Bonaparte der Cisalpinischen Republik (. d. einverleibt wurde. Im J. 1804 kamen die drei Landschaften an das Napoleonische Königreich Italien, 1814 an das Lombardisch-Venetianische Königreich unter österr. Herrschaft, 1859 an das neue Königreich Italien, deren Provinz Sondrio (3268 akm mit 120516 C.) sie bilden. Vgl. Romegialli: »Storia della Valtellina o (Sondrio 1834); Leonhardi, „Das Thal V. » (Lpz. 1860); Tschudi, Graubünden u. s. w.» (St. Gallen 1871); „Guida alla Valtelinas (Mail. 1873).