Venelin, auch Wenelin (Jurij, d. i. Georg), russ. Schriftsteller, geb. 1802 unter den Kleinrussen Jurn Oa im nordöstl. Ungarn, hieß eigentlich urij Huza (Guza), nahm aber, um Verfolgungen u entgehen, den Namen V. an, als er in Lemberg siudierte. Im J. 1823 ging er nach Rußland, wurde in Kischinew mit den dort lebenden Bulgaren bekannt und faßte ein lebhaftes Interesse für dieses Volk. Nachdem er darauf seit 1825 in Moskau Medizin studiert und 1829 Arzt geworden war, gab er das Werk Die alten und die gegenwärtigen Bulgareno (russisch, 2 Bde., Mosk. 1829 +) heraus, womit er das damals fast vergessene Volk und seine alte Geschichte gewissermaßen neu entdeckte. Obgleich mehr poetisch als kritisch gehalten, machte das Buch doch einen Dn ern den Eindruck, und nbne bei den Bulgaren selbst erst den Grund zu einem kräftigen Erwachen ihres Nationalgefühls. Iun J. 1830 machte V. mit Unterstützung der petersburger Akademie eine Reise nach Bulgarien, lernte das Volk und die Sprache kennen, sammelte Bücher, Manuskripte und Altertümer und schrieb dann noch eine Reihe Werke über die Bulgaren, die zum Teil erst nach seinem Tode, der 26. März 1859 in Moskau erfolgte, erschienen: lber bulgar. Volkspoesies (1835), „Bulgar. und roman. Urkunden» (Petersb. 1846), Kritische Forschungen über die Geschichte der Bulgarenv (2 Bde., 1849), Reisestizzen aus Bulgarieno (1857).