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ErdkundeBrockhaus 1882

Vermont, einer von den Neuengland-Staaten der nordamerik. Union, liegt zwischen 42² 44 und 45°.3 nördl. Br. und 71² 38 und 73 25“ westl. L., wird begrenzt im N. von Canada, im O. von Neuhampshire, im S. von Massachusetts und im W. von Neuyork und dem Lake Champlain, hat 24772 akm und (1880) 332286 E., darunter 40959 Fremdgeborene (396 Deutsche), 1057 Farbige und 11 Indianer. Im J. 1790 hatte V. 85 425 E., 1820 bereits 235960 E. und 1880 332286 E. Die Oberfläche ist mit Ausnahme der Umgebungen des Champlain durchgängig uneben. Der beträchtlichste Bergzug, die Green-Mountains, von denen der Staat seinen franz. Namen hat, durchzieht das Land fast seiner ganzen Länge nach von Süden gegen Norden. ie Hauptgewässer liegen an seinen Grenzen, der Connecticut im Osten, der Champlainsee im Westen. Letzterer, zu zwei Dritteln V. angehörig, hat mehrere gute Häfen (Burlington, St.⸗Albans und Vergennes) und ist für den Handel des Staats von großer Bedeutung, da er einerseits mit dem St. Lorenzstrom, andererseits durch den Champlainkanal mit dem Hudson in Verbindung steht. Das Klima ist gesund, aber der Winter sehr kalt, der Sommer sehr heiß. Der Boden eignet sich mehr zum Grasland als zum Kornbau, weshalb die Viehzucht bedeutender. Schöner Weizenboden findet sich am Champlain; Mais gedeiht gut in den Thälern auf den Flußniederungen. Außerdem werden allgemein Roggen, Gerste, Hafer, Buchweizen, Kartoffeln, Erbsen und Lein gebaut. Die wichtigsten Waldbäume im Osten des Gebirges sind Birken, Buchen, Ahorn, Eschen, Ulmen und Walnüsse; im Westen ist hartes Holz mit Nadelholz gemischt. Die Bodenkultur hat sich besonders im Süden des Landes ausgebreitet; die meisten no unkultivierten Striche sind im Norden, und dort ist das Holz ein Hauptprodukt. Die wichtigsten Ausfuhrprodukte sind Ahornzucker, Pott-und Perlasche, Rind⸗ und Schweinefleisch, Butter, Käse und Vieh. Der Staat hat (1880) 2874 industrielle Etablissements mit einem Kapital von 23½ Mill. Dollars. Der Handel ist weniger bedeutend. Hartford und Boston im Osten und Neuyork und Montreal im Westen sind die Hauptmärkte. Eisenbahnen waren 1885 im ganzen 1140 km in Betrieb. Die vorherrschenden Religionsparteien sind die Katholiken, Kongregationalisten, Methodisten und Baptisten. Von höhern Unterrichtsanstalten sind hervorzuheben: die University of Vermont and State Agricultural College in Burlington, Middlebury College, Lewis College in Northfield, Vermont Methodist Seminary and Female College in Montpellier. Die ersten Niederlassungen erhielt das Land durch Ansiedler aus Massachusetts. Seit 1764 gehörte es zu Neuyork, wurde aber 1791 als erster selbständiger Staat in die Union aufgenommen. Die erste Konstitution wurde 1777 errichtet; die gegenwärtig geltende stammt vom 4. Jan. 1793, ist aber seitdem, zuletzt 1870, amendiert worden. Namentlich wurde 1836, bis wohin die legislative Gewalt allein in den Händen eines Repräsentantenhauses war, ein Senat eingeführt. Letzterer zählt 30, ersteres 240 Mitglieder, beide auf zwei Jahre gewählt; ebenso der Gouverneur. Zum Kongreß schickt der Staat zwei Senatoren und zwei Repräsentanten. Staats sind in blühendem Zustande. Der auswärtige Handel V.s ist nach Canada sehr bedeutend. Der Staat ist in 14 Counties eingeteilt. Die Hauptstadt des Staats ist Montpellier (s. d.). Die bedeutendste Handelsstadt ist Burlington (s. d.). Middlebury in Addison County ist Sitz des 1800 gegründeten Middlebury College, ein gewerbthätiger Ort, mit großen Marmorbrüchen und 1834 E.; Middleburytown hat incl. der Village 2993 E.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 216Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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