Via mala (lat., d. i. böser Weg) heißt die Klamm des Hinterrheins zwischen den Thälern Schams und Domleschg des schweiz. Kantons Graubünden. Die V. ist eine der großartigsten Felsschluchten der Alpen. Zu beiden Seiten der tiefen, engen Spalte, auf deren Grund der Fluß tosend und schäumend aus dem Schams, seiner mittlern Thalstraße, in die unterste hinausbricht, ragen schwarzgraue, zerborstene und zerklüftete Schieferfelsen fast senkrecht 400—500 m hoch empor. Die jetzige Poststraße durch die V. wurde 1822—34 angelegt. Der alte stellenweise jetzt noch erkennbare Römerweg des Hinterrheinthals, dem auch der Handels⸗ und Pilgerverkehr, sowie die Römerzüge des Mittelalters solgten, zog sich mit Umgehung der V. und der Rofna(s. unten) hoch über der Thalsohle des Schams über die Alpweiden der linken Thalseite von Thusis (23 m) im Domleschg nach Sufers (1424 m) im Rheinwald. Man nannte dies den Guten Weg, dagegen den durch Lawinen und Steinschläge gefährdeten Steig durch die Klamm den Böfen Weg. Allmählich zog sich aber der Verkehr doch in die Tiefe hin, 1470 wurde ein Fußweg durch die V. gebahnt, 1738 und 1739 derselbe durch die Aufstellung zweier Steinbrücken verbessert und endlich die jetzige Poststraße angelegt, die 1834 durch den Bau der dritten Brücke vollendet wurde. Die Straße überschreitet dicht hinter Thusis die Nolla und tritt gegenüber der hoch auf einem Felsen des rechten Ufers am Eingang der V. gelegenen Burgruine Hohenthätien oder Hochrealta (9550 m) aus dem sonnigen Domleschg in den düstern Felsschlund, der sich jenseit des Verlorenen Lochs, eines Tunnels von 50 m Länge, zu dem kleinen Kessel des Hofes Rongellen erweitert. Bald aber rücken die Felswände wieder näher zusammen; immer enger und schauerlicher wird die Spalte, in deren Tiefe, Fuuß überhängende Felsen oft verborgen, der wilde Fluß donnert. Die Straße, meist durch Sprengung dem Fels abgewonnen, stellenweise durch Galerien und Felsdurchbrüche vor Lawinen und Steinschlägen geschützt, wechselt dreimal das Ufer. Bei der dritten Brücke (855 müber dem Meere, 7 km von Thusis) endet die . Der Engpaß öffnet sich zu dem freundlichen Wiesengrunde des Schams (Vallis sex amnes), das sich 7 km lang zwischen den Massiven des Piz Curver (2975 m) in den Piz Beverin (3000 m) füdlich bis zur Rofna erstreckt. Der Hauptort des Thals ist Andeer (979 m) mit 603 E., einer gipshaltigen Eisenquelle, einem Kurhaus und der Ruine Bären⸗ „]burg, unweit welcher sich nördlich das Ferrerathal „(. d.) mit dem Avers öffnet. Aus dem Schams steigt die Straße bei der Mündung des Avnerrheins durch die wilde, tannenreiche Felsschlucht Rofna oder Rofla, in welcher der Fluß mehrere malerische Faälle bildet, zu der obersten Thalstufe des Hintertrheins, dem Rheinwald, hinauf und teilt sich bei [dem Dorfe Splügen in die Splügen⸗ und die Bernhardinstraße. Von Thusis bis Splügen beträgt die Länge der Straße 26 Km. Die Thäler Rheinwald, Schams, Avers und Ferrera bilden zusammen den Bezirk Hinterrhein des Kantons Graubünden mit 505 akm Areal und (1880) 3169 meist reform. E., die im Rheinwald und Avers deutscher, im Ferrerathal und Schams meist romanischer Zunge sind. Vgl. Leonhard, «Thusis und die Hinterrheinthälerd (Chur 1875). BViana, Stadt (Ciudad) in der span. Provinz Navarra, Bezirk Estella, 6 Em links vom Ebro, in der Landschaft Ribera, an der Straße von Logrono nach Estella, mit (1877) 2984 E., ist gut gebaut, hat Weinbau und hält jährlich 19. bis 31. Juli eine Messe. Von der 1219 gegründeten Stadt fuhrten einst die Prinzen von Navarra den Herzogstitel; später war sie ein Marquisat der Pimentel. Sie ist geschichtlich bekannt durch die Niederlage des Königs Sancho von Castilien 1067, durch die heldenmütige Verteidigung Peraltas 1460, sowie durch die Niederlage und den Tod Cäsar Borgias 10. März 1507 im Gefecht mit den Truppen des Grafen von Lerin.