Thusis, roman. Tuseun, Marktflecken im Bezirk Heinzenberg des schweiz. Kantons Graubünden, liegt 723 müber dem Meere, 15 km südlich von Reichenau auf der linken Seite des Domleschg am Hinterrhein, da, wo derselbe aus der Kluft der Via mala heraustretend links die Nolla aufnimmt, und zählt (1880) 1126 E. meist reform. Konfession und deutscher Zunge. Mehrmals von der Nolla verwüstet und fünfmal fast gänzlich durch Feuer zerstört, wurde der Ort nach dem letzten großen Brande (1845) stadtartig mit breiten geraden Straßen wieder aufgebaut. Dank seiner großartigen Umgebung, in welcher die Via mala, der Schynpaß und die Burgruine Hoch-Realta oder Hohenrhätien die bemerkenswertesten Punkte sind, und seiner Lage am Kreuzungspunkt der Splügen- und der Schynstraße hat T. sehr lebhaften Touristenverkehr. Eine Bahn von Chur über Reichenau nach T. ist projektiert. Vgl. Lechner, T. und die Hinterrheinthäler» (Chur 1875).