Viardot-Garcia (Michelle Pauline), berühmte Sängerin, Tochter Manuel Garcias (s. d.), geb. 18. Juli 1821 zu Paris, lebte mit ihren Eltern bis 1828 in England, den Vereinigten Staaten und Mexiko. Nachdem die Familie nach Paris zurückgekehrt, erhielt Pauline erst von Meysenberg, dann von Liszt Klavierunterricht und trat in den Konzerten ihrer Schwester Malibran (s. d.) als Pianistin auf. Nach dem Tode ihres Vaters (1832) lebte sie mit ihrer Mutter eine Zeit lang in Brüssel. Inzwischen hatte sich entschieden ihr Gesangstalent entsaltet, und sie betrat 1839 in London die Bühne der ital. Oper und sang 1840 mit großem Erfolge in Paris ebenfalls an der ital. Oper. Auf Kunstreisen in Italien, Spanien, Frankreich, den Niederlanden, Deutschland und Rußland feierte sie sodann als Sängerin außerordentliche Triumphe. Später 00 sie sich von der Bühne zurück und lebte in Baen-Baden, vorwiegend mit der Ausbildung jugendlicher Gesangstalente beschäftigt. Sie besaß früher eine sehr schöne Mezzosopranstimme, und die Ausbildung derselben stand auf staunenswerter Höhe. Dabei waren ihr feiner musikalischer Sinn, reiche Ausdrucksfähigkeit und glückliche Darstellungsgabe eigen. Sie hat sich auch als Komponistin von Liedern, Operetten etc. bethätigt. Ihrer 1840 mit dem Historiker und Kunstschriftsteller Louis Viardot 90 chlossenen Ehe entstammen vier Kinder, von denen ouise Héritte als Komponistin, Frau Chamerot-V. und Marianne als Konzertsängerinnen, Paul als Violinist bekannt geworden sind. Ihr Gatte (geb. zu Dijon 31. Juli 1800, gest. 5. Mai 1883 in Paris) war seit 1839 Direktor des Italienischen Theaters in Paris, gab aber diese Stellung später auf, um seine Gattin auf ihren Kunstreisen zu begleiten. Von seinen histor. und kunstgeschichtlichen Arbeiten sind zu nennen: XAIIistoire des Arabes et des Maures d'Espagne (2 Bde., Par. 1851), Des origines traditionelles de la peinture moderne en Italies (1840), Les muséëes de Francen (1855), Espagne et Beaux-artso (1866) u. s. w.