FeedVich oder Vique
ErdkundeBrockhaus 1882

Vich oder Vique, Stadt (Ciudad) und Bezirkshauptort in der span. Provinz Barcelona, links am Guera, einem rechtsseitigen Zuflusse des Ter, in fruchtbarer Gegend, 489 müber dem Meere, Station der Eisenbahn Granollers-San-Juan de las Abadesas, Sitz eines Bischofs, hat eine Kathedrale und vier andere weit schönere Kirchen, zählt (1877) 12478 E. und unterhält bedeutende Baumwollspinnereien und Leinwandfabriken, auch Manufakturen in Seidenschleiern, Band und Handschuhen. In der Nähe sind Kupfer⸗ und Steinkohlengruben; auch findet man Amethyste, Topase und farbige Krystalle, die von den Silberarbeitern in Barcelona gefaßt werden. Die Stadt hieß als Hauptort der Ausetani bei den Römern Ausa, später als westgot. Bischofssitz Ausona. Sie ward 713 von den Arabern zerstört, 798 von den Franken der Spanischen Mark wieder erbaut als Festung, um welche die neue Stadt Vicus-Ausoniensis, Vicus-Ausona oder Vic d'Osone entstand, die mit der Umgegend eine eigene Grafschaft (Comitatus Ausonitanus oder Ausonensis) bildete. Am 19. Febr. 1810 wurde die Festung von den Spaniern unter O Donnell vergebens berannt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 247Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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