FeedVictorinus (Gajus Marius)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Victorinus (Gajus Marius), ein röm. Rhetor der spätern Zeit, von Geburt ein Afrikaner, lehrte um 350 n. Chr. mit Beifall die Redekunst zu Rom und trat im hohen Alter noch zur christl. Religion über. Abgesehen von kleinern grammatischen und netrischen Schriften, die gar nicht von ihm herrühren oder nur Auszüge aus Schriften von ihm enthalten mögen, ist unter seinem Namen eine Ars grammaticas überliefert, welche aber außer im ersten Buch, in dem neben anderm Grammatischen eine längere orthographische Ausführung steht, nur Metrisches enthält, das fast wörtlich der Schrift des Aphthonius De metris omnibusv entlehnt ist. Sie ist am besten von Gaisford in den Seriptores Latini rei metricaed (Oxrf. 1837) und von Keil im sechsten Bande der &Grammatici Latiniv (Lpz. 1871) herausgegeben. Der erhaltene Kommentar zu Ciceros Schrift De inventiones, am besten in Orellis Ausgabe des Cicero (Bd. 5, Tl. 1) und neuerdings in Halms Rhetores Latini minoreso erschienen, rührt von einem andern her. Dagegen gibt es von Marius B. noch einige theol. Schriften, Kommentare zu Paulinischen Briefen und polemische Schriften gegen Arianer und Manichäer, während es bei Gedichten biblischen Inhalts zweifelhaft ist, ob sie mit Recht seinen Namen tragen. Die Kommentare sind in Mais MNova collectio veter. seriptor.o (Bd. 3), die polemischen Schriften in der Max. biblioth. patrumo (Bd. 8), in Gallandis Bibl. veter. patrump (Bd. 8) und in Mignes «Cursus compl. patrol.b (Bd. 8) veröffentlicht. Vgl. Keil, „Quaestiones grammatic.v (Tl. 1 u. 2, Halle 187), und Koffmann, De Mario V. philosopho christianoo (Bresl. 1880).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 253Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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