FeedVilloison
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Villoison (Jean Battiste Gaspard d'Ansse de), gründlicher Kenner der griech. Sprache und Litteratur, geb. 5. März 1750 zu Corbeil-sur-Seine, erhielt seine Bildung im College Beauvais, wurde schon in seinem 23. Jahre zum Mitgliede der Akademie der Inschriften ernannt und 1778 von der Regierung nach Venedig geschickt, um daselbst die Handschriften der Markusbibliothek zu untersuchen. Hier trat er mit dem gelehrten Morelli in nähere Bekanntschaft und machte aus den Schätzen der Bibliothek die Anecdota Graecas (2 Bde., Vened. 1781), sowie einen Abdruck des wertvollen Coder der Homerischen Ilias mit Scholien (Vened. 1788) bekannt. Nach seiner Rückkehr aus Italien besuchte er Deutschland. Er benutzte besonders die Bibliothek zu Weimar, daher seine Epistolae Vinarienseso entstanden, und ging 1785 mit Choiseul-Gouffier nach Konstantinopel, von wo aus er drei Jahre lang die Inseln des Archipelagus und das feste Land von Griechenland bereiste. Beim Ausbruche der Französischen Revolution zog er sich nach Orléans zurück, kehrte später nach Paris zurück und wurde Mitglied des Nationalinstituts und Professor, doch starb er schon 26. April 1805. Außer Abhandlungen in den Mémoires de Académie des inscriptionss und andern Zeitschriften veröffentlichte er noch die erste Ausgabe von Apollonius' Lexicon Graecum Iliadis et Odysseae (2 Bde., Par. 1773) und eine Bearbeitung der (Pastoralia des Longus (2 Bde., Par. 1778).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 273Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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