Vinei (da), s. Leonardo da Vinci. Vinck-Boons, bisweilen auch Vinckebooms genannt (David), niederländ. Maler, geb. 1578 zu Mecheln, gest. zu Amsterdam 1629, erhielt den ersten Unterricht bei seinem Vater Philips, welcher Miniaturmaler war. Mit dem Vater begab er sich 1587 nach Amsterdam. Er steht am Abschluß der ältern niederländ. Schule und ist sowohl in seinen Genredarstellungen, als besonders in seinen landschaftlichen Kompositionen bedeutend. In letzterer Hinsicht gehört er neben Paul Bril und Roland Savery zu den Schöpfern der modernen Landschaft. Seine derartigen Werke sind großartig gedacht und oft tief poetisch, in einer kräftigen, tüchtigen, dabei aber saubern Weise behandelt und von energischem, wenngleich etwas kühlem und bisweilen auch wohl unruhigem Kolorit. Er pflegt diese Bilder mit reicher Staffage auszustatten und wählt dazu, außer mytholog. und biblischen Gegenständen, vorzüglich gern Darstellungen aus dem Leben seines Landes, Hochzeiten, Kirchweihfeste, Jagden und Volksscenen aller Art, die er mit glücklichem Humor und großer Wahrheit zu schildern versteht. Eins seiner schönsten und größten Hauptbilder, eine Lotterieziehung bei Nachtbeleuchtung, findet sich im Oudemannenhuis in Amsterdam. Vincke (Friedr. Wilh. Ludw. Phil., Freiherr von), verdienter preuß. Staatsbeamter und staatswissenschaftlicher Schriftsteller, geb. zu Minden 23. Dez. 1774, erhielt seine Bildung auf dem Pädagogium zu Halle und den Universitäten zu Marburg, Erlangen und Göttingen. Er trat 1795 als Referendar in die kurmärk. Kammer und in das Manufakturkollegium zu Berlin und erhielt 1798 die Assessur beider Behörden. Bald darauf wurde er Landrat im Kreise Minden. Im J. 1802 sendete man ihn nach Spanien, um Merinos zur Veredelung der deutschen Schafe anzukaufen. Nach seiner Rückkehr wurde er 1803 Kammerpräsident in Aurich und 1804, als Freiherr vom Stein ins Ministerium trat, dessen Nachfolger als Präsident der Kammer zu Münster und Hamm. Auch 1806, nach dem Einmarsche der Franzosen, blieb er in Münster noch einige Zeit in Thätigkeit. Dann begab er sich nach England, um dort das vaterländische Interesse zu frdern. Nach dem Frieden von Tilsit wurde er 1809 Chefpräsident der Regierung zu Potsdam. Im J. 1810 nahm er seine Entlassung und kehrte in seine Heimat zurück, wo er das klassische Werkaliber die Verwaltung Großbritannienso (herausg. von Niebuhr, Berl. 1816) schrieb. Den franz. Behörden verdächtig, wurde er 1813arretiert, seiner Papiere beraubt und endlich auf das linke Rheinufer verwiesen. Die Ereignisse führten ihn nach Deutschland zurück, wo er als Civilgouverneur der westfäl. Provinzen seine ganze Thatkraft, namentlich bei der Ausrüstung der Freiwilligen, der Zusammenberufung der Landwehr und der Organisation des Landsturms, entwickelte. Im J. 1815 wurde er Oberpräsident der neu zu organisierenden Provinz Westfalen und leistete hier, als Napoleons J. Rückkehr von Elba zu neuem Kampfe aufrief, Außerordentliches durch die begeisterte Teilnahme, welche er in allen Klassen des Volks zu erwecken verstand. Im J. 1825 ward er zum Wirkl. Geheimrat ernannt. Unter seiner Verwaltung wurden in Westfalen eine Menge Kunststraßen, selbst durch die Heiden des Münsterlandes angelegt, die Weserkommunikation erleichtert, die Lippe bis Neuhaus schiffbar gemacht, die Schiffbarkeit der Ruhr wesentlich vervollkommnet und ein großer Ruhrhafen bei Ruhrort eingerichtet. Ein besonderer Gegenstand seiner Thätigkeit war die feste Bestimmung des Verhältnisses zwischen Gutsherren und Bauern. Vgl. seine treffliche Schrift Küber die Zerstückelung der Bauernhöfes (als Manuskript gedruckt 1824), worin er sich gegen die zu große Zersplitterung des Grundeigentums aussprach. Auch wirkte er vorteilhaft auf die Landeskultur durch die Gemeinheits⸗ und Heideteilung. V. starb 2. Dez. 1844. Vgl. Bodelschwingh, Leben des Oberpräsidenten Freiherrn von V. (Berl. 1853).